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Navigation für die Fahrradtour : Das Smartphone radelt mit

  • -Aktualisiert am

Ein weiterer Fallstrick: Das Kartenmaterial wird in der Standardeinstellung „online“ mit einer Datenverbindung nachgeladen. Kartendaten sind jedoch üppig groß, im Ausland wird der Spaß schnell teuer. Dazu kommt: Schon die Taunuswanderung in heimischen Gefilden zeigt, wie langsam manche Funkverbindung außerhalb der Ballungsgebiete ist. Mit tröpfelnden Daten im GPRS- oder Edge-Modus baut sich keine Karte auf. Man lade deshalb „offline“ die gewünschten Kartenausschnitte zu Hause vorab im W-Lan aufs Gerät.

Diese Aufgabe erledigen viele Spezialisten deutlich besser. Sucht man nach Fahrrad-Apps mit Navigation, die Kartenausschnitte im Gerät speichern und damit offline bereitstellen, ist die Auswahl in den beiden App-Läden erschlagend, man achte auf einige Details: Fragt die App nach Facebook-Anbindung oder namentlicher Erfassung mitsamt E-Mail-Adresse, kann man sie gleich wieder löschen. Auch hüte man sich vor versteckten und schwer zu kündigenden Abo-Modellen.

Während der Fahrt gibt die App den Navigator und Tachometer

In der Apple-Welt hat uns eine 5 Euro kostende Software am besten gefallen: Maps 3D Pro des deutschen Herstellers Movingworld erlaubt das Planen von Routen, indem man Wegpunkte setzt, und zwar wahlweise fürs Wandern, Radfahren, Mountainbiken und Rennradfahren. Die App kennt Höhenprofile, ist verblüffend leistungsfähig und erlaubt das Laden von Karten ins Gerät. Dazu muss man sich nicht bei anderen Diensten anmelden. Touren lassen sich protokollieren, speichern, an Google Maps weitergeben, abermals mit Höhenprofilen, und während der Fahrt gibt die App den Tachometer.

Mit Maps 3D pro auf dem iPhone geplant – und dann brav der Route gefolgt.

Die zu ladenden Karten sind für eine gelungene Planung das A und O. Die aus dem Freiwilligenprojekt Open Street Map lassen sich unentgeltlich verwenden und sind hinsichtlich des Detailreichtums überzeugend. Neben den Basiskarten gibt es etliche Varianten und Overlays, naheliegend sind hier natürlich die von Open Cyle Map, die sich in Maps 3D Pro aufrufen lassen - und natürlich auch am PC im Web-Browser.

In der Google-Welt fällt unsere Wahl auf die App Naviki, die auch im Apple-Store zu haben ist. Lediglich die Routen-Optionen „Alltag“ und „Kürzere Route“ sind in der kostenlosen Android-Grundversion enthalten, die mehr als bloß gelegentlich mit ihren Werbeeinblendungen von Zalando-Schuhwerk nerven kann. Das lässt sich - gegen Gebühr - abstellen, und auch die Sprachausgabe von Naviki kostet extra, genauso wie die nicht erprobten Optionen „Rennrad“ oder „Mountainbike“ (jeweils knapp 5 Euro). Überzeugt hat die App jedoch insgesamt mit ihrer Ausgereiftheit und damit, dass sie auch im ländlichen Raum auf Anhieb zuverlässig Verbindungen findet, die tatsächlich das Kriterium „Alltag“ erfüllen.

Mit der App Naviki vom Hintertaunus zur Arbeit in Frankfurt

Die Aufgabenstellung: Aus dem Hintertaunus nach Frankfurt zur Arbeit und wieder zurück, wetterunabhängig, arm an Steigungen ebenso wie an Kraftfahrzeugverkehr. Binnen Sekunden zeigte Naviki eine Route, die exakt der entsprach, die mit einer Karte und Probefahrten auszutüfteln Wochen gedauert hatte. Negativbeispiel: Die App Komoot wies eine Route, als solle man auch noch den letzten möglichen Höhenmeter im Hochtaunuskreis mitnehmen, und dazu machte sie lächerliche Angaben wie diese: „41 % Straßenbelag, 48 % Asphalt, 2 % unbekannt“. Gut gefallen kann einem auch das Rad-Navi Niedersachsen und andere Apps von Toursprung.

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