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Sicherheitstechnik : Pilzköpfe gegen Panzerknacker

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Die vielleicht berühmtesten Einbrecher der Comic-Geschichte sind Disneys Panzerknacker. Zum 60. Geburtstag kann man das in neuen Taschenbüchern aus dem Ehapa-Verlag nachlesen. Bild: Ehapa-Verlag

Absolute Sicherheit gegen Einbrecher gibt es nicht. Aber mit der richtigen Technik lässt sich die Widerstandsfähigkeit von Türen und Fenstern erhöhen. Am wichtigsten ist die Mechanik, und Nachrüsten ist möglich.

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          Von Sicherheitsglas und einbruchhemmenden Fensterbeschlägen über Fingerabdruck-Scanner und Panzerriegel reicht die Palette der technischen Hilfsmittel gegen Einbrüche in Haus und Wohnung bis zu vernetzten Alarmanlagen und ausgeklügelten Nachrüstsystemen für bestehende Bauten. Dieses große Angebot spiegelt das Sicherheitsbedürfnis der Menschen wider, auch wenn nicht jeder Immobilienbesitzer gleich alle Register der Sicherheitstechnik ziehen muss.

          Grundsätzlich ist eine Aufrüstung jedoch, sofern sie technisch richtig geplant und ausgeführt wird, oft sehr sinnvoll. Denn auch wenn die Zahl der Einbrüche in Deutschland seit der Mitte der 1990er Jahre zurückgegangen ist, wird doch noch immer alle zwei Minuten irgendwo in der Bundesrepublik eingebrochen. Leider entsprechen viele Bauelemente im Bestand wie Fenster und Außentüren längst nicht mehr dem heute gängigen Standard, was ihre Widerstandsfähigkeit gegen Eindringlinge angeht.

          Moderne Fensterschlösser verriegeln sich beim Schließen selbst Bilderstrecke
          Moderne Fensterschlösser verriegeln sich beim Schließen selbst :

          Gibt es eigentlich den typischen Einbruch in privaten Immobilien? Besonders während des Tages, also zwischen 6 und 21 Uhr, knacken Einbrecher in den vergangenen Jahren immer häufiger Türen oder Fenster. Das sagt die Auswertung von polizeilichen Kriminalstatistiken durch die Initiative für aktiven Einbruchschutz (www.nicht-bei-mir.de). Auch die aktuelle „Kölner Studie“ der Kriminalpolizei über Wohnungseinbruchsdelikte (WED) aus dem Jahr 2006 nennt als Zeit der meisten Einbrüche nicht etwa die tiefe Nacht, sondern die Stunden zwischen 16 und 22 Uhr.

          Wer seine Haus- oder Wohnungstür mit Panzerriegeln und anderen Sicherheitselementen aufrüstet, der fühlt sich gegen die Gefahr von Einbrüchen erst einmal gewappnet. Dieses Gefühl kann aber trügen, warnen Fachleute. Denn selbst die widerstandsfähigste Haustür hilft nicht viel, wenn der Rest von Wohnung oder Haus ein viel geringeres Schutzniveau hat. „Wenn Sie in Sicherheit investieren, dann machen Sie das bitte auch überall“, sagt deshalb Frank Singhoff, „denn auch Fenster und Terrassentür, Keller und obere Stockwerke sind schließlich mögliche Zutritte für einen Einbrecher.“ Singhoff führt zusammen mit seinem Bruder Thomas ein mittelständisches Fachgeschäft für Bauelemente in Raunheim bei Frankfurt. Besser als die massive Aufrüstung an einigen wenigen Stellen, raten die Praktiker, sei ein durchgehendes Sicherheitskonzept, das alle Schwachstellen abdeckt.

          Ein solches ganzheitliches Sicherheitskonzept gegen Einbrüche empfiehlt auch die Polizei - und benennt dabei die wichtigsten Problempunkte: „Schwachstellen sind oft Terrassen- und Balkontüren, dann folgen die Fenster“, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle für Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dass viele Menschen den Fokus von Sicherheitstechnik auf Haustüren legen, sei deshalb nicht ausreichend: Gerade in Einfamilienhäusern erfolgten Einbrüche meist über Fenstertüren oder Fenster und nicht über Haustür oder Keller.

          Häufig sei allerdings nicht die Technik das allergrößte Problem, sondern der Umgang der Menschen damit: „Oft machen es die Bewohner den Einbrechern besonders leicht“, mahnt Schmidt. Wer beispielsweise beim Verlassen der Wohnung die Fenster gekippt lasse oder die Haustür nur ins Schloss ziehe, aber nicht abschließe, der mache es potentiellen Eindringlingen sehr einfach. „Sicherheitsbewusstes Verhalten ist genauso wichtig wie die technische Sicherung“, unterstreicht der Kriminalist. Dazu gehöre auch, unter keinen Umständen einen Haustürschlüssel im Außenbereich zu verstecken.

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