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Flughafen Frankfurt : Warten, ärgern, fluchen, rennen

  • -Aktualisiert am

Immer wieder das gleiche Bild: Warten an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt Bild: Holger Appel

Die Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt sollte effizienter werden. Lange Schlangen am Sonntag zeigen, die Verantwortlichen haben weiterhin nichts im Griff. Es ist eine Blamage ohne Ende.

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          Sonntag, 16 Uhr. Das ist eine Zeit, die man nicht als unbeherrschbare Rushhour vermuten würde. Aber am Terminal 1 des Flughafens Frankfurt, dort, wo die Lufthansa ihre Premiumwurzeln hat, bricht, mal wieder und wie so oft, die Sicherheitskontrolle zusammen. Schlangen, so weit das entsetzte Auge reicht. Gäste der in einer eigenen Sektion abgefertigten Businessklasse warten 40 Minuten, die der Economy eine Stunde.

          Verzweifelt bitten Passagiere darum, vorgelassen zu werden, weil sie ihren Flug zu verpassen drohen. Wer durchkommt, rennt anschließend zum Gate. Die Stimmung changiert zwischen Wut und Resignation. Ein Mann in Pilotenuniform, der ebenfalls ansteht, wird von seinem Nachbarn gefragt, ob das hier immer so sei. „Sie können in Frankfurt einfach nie sicher sein, wie lang es dauert“, sagt der Flugzeugführer.

          Man würde meinen, wenn die Schlangen solche Ausmaße annehmen, würde die Bundespolizei, der Betreiber Fraport, die Lufthansa oder wer auch immer für das Desaster verantwortlich ist, ein, zwei Kontrollstellen zusätzlich öffnen. Weit gefehlt, es wird Dienst nach Vorschrift (nach welchen Kriterien wird die eigentlich erstellt?) gemacht. Eine der Einweiserinnen antwortet auf Nachfrage: „Wir sind von dem Andrang auch überrascht“.

          Überrascht? Offenbar ist es im Jahr 2019 unmöglich zu wissen, wie viele Menschen wann abfliegen. Der Flughafen Frankfurt ist nicht seit gestern geöffnet, und er will zur Weltspitze gezählt werden. Sollte es da nicht Erfahrungswerte geben, was so an Menschen auf die Durchleuchter zuströmt? Und warum gehen dieselben oftmals so aufreizend behäbig ihrer Tätigkeit nach?

          Öfter Reisende wissen, dass es vermutlich keine Sicherheitskontrolle auf der Welt gibt, die ihren abfliegenden Passagieren mehr Unannehmlichkeiten zumutet. Und das seit Jahren, obwohl die Verantwortlichen immer und immer wieder Besserung versprochen haben und sogar unter medialem Tamtam ein paar technisch modernere, mithin effizientere Abfertigungsspuren aufgebaut haben. Ohne nachhaltigen Erfolg, wie dieser Sonntag aufs Neue beweist. Es scheinen sich Unwille und Unfähigkeit oder eine Mischung aus beidem eingenistet zu haben. Die Security ist eine Blamage ohne Ende für den Flughafen Frankfurt.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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