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Technik des Foilens : Über Flieger und Überflieger

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Erstwählerlexikon

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Fischer („Die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.“) gilt als Foiling-Guru und hat außerdem Strandkatamaranen wie dem F-18 Phantom das Fliegen gelehrt. Auf solchen lediglich fünfeinhalb Meter langen Booten, die nur mit zwei Personen gesegelt werden, erfolgt die Justierung der Tragflächen rein mechanisch und manuell mit Trimmleinen.

Ungeachtet dessen ist der Anstellwinkel, der den Auftrieb bestimmt, über eine Spindelschraube Millimeterarbeit. Auf dem Wasser wird er nur bei signifikant ab- oder zunehmendem Wind verändert. Abgesehen von ständiger Gewichtsverlagerung der Crew an Bord, erscheint das Aufholen und Absenken für jede Wende und Halse zu zweit anstrengend genug.

Mehr Power mit Beinkraft

Beide Manöver aber sind taktisch das Salz in der Suppe einer Wettfahrt. Sie erzeugen Spannung und entscheiden Positionskämpfe im Starterfeld. Weil der Wechsel vom einen auf das andere Foil mit kleiner Crew jedoch stets das Risiko birgt, aus dem Flug abzustürzen und gar zu kentern, entschied sich der Weltsegelverband für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 für eine gemäßigte Variante: Die Bootsklasse Nacra 17 wird ebenfalls auf Foils umgerüstet, jedoch auf beiden gleichzeitig segeln. Das kostet durch den doppelten Widerstand etwas Endgeschwindigkeit, ist aber sicherer, weil die besten Mannschaften im Manöver weiterfliegen werden.

So wie die Überflieger des America’s Cups, die laut Reglement höchstens 15 Sekunden beide Foils im Wasser haben dürfen, dies aber meist nur einen kurzen Moment tun. Die Umstellung aller Trimmeinrichtungen von einer auf die andere Seite geschieht dort per Knopfdruck hydraulisch. Den Druck im Hydrauliksystem müssen die vier Grinder der sechsköpfigen Crew mit eigener Kraft aufbauen. Das geschieht üblicherweise per Handkurbeln. Die Neuseeländer vertrauen einem Pedalosystem. Die Beinkraft soll 40 Prozent mehr Power bringen.

Auf die Schwertform kommt es an

Derartige Schwierigkeiten sorgen die Solosegler an Bord ihrer gut 18 Meter langen Einrumpfjachten der Imoca-Klasse nicht. Auch diese Open 60 führen neben dem üblichen Schwenkkiel seitliche Schwerter, die bei der neuesten Open-60-Generation zu Tragflächen gebogen sind, allerdings nach außen, was die Klassenregeln erlauben. Aufgrund des hohen Gesamtgewichts durch die Kielbombe kommen diese Boote nur bedingt in den Flugmodus. Auf bestimmten Kursen bringt das sogenannte Semi-Foiling gleichwohl einen Geschwindigkeitsvorteil von zehn bis 15 Prozent.

Aber die Ausrüstung muss schwersten Stürmen mit haushohen Wellen trotzen, und das über Wochen nonstop rund um die Welt wie bei der Regatta Vendée Globe. Das gelang zur zurückliegenden Auflage 2016/17 längst nicht allen Teilnehmern. Foils brachen an oder gar ab.

Foils sind unverzichtbar

Trotzdem zieht auch das Volvo Ocean Race nach. Für die Weltregatta 2019/20 wird eigens eine neue Monohull-Yacht als Einheitsklasse mit Foils konstruiert. Und die Kurzrennen in den Etappenhäfen sollen auf fliegenden Katamaranen ausgetragen werden. Wer beim Materialpoker überreizt hatte oder tatsächlich mit einem Hindernis kollidierte, wird wohl das Geheimnis der Protagonisten bleiben. Aber wer die Hatz um die Erde gewinnen will, hat gar keine Wahl. Ohne zu foilen, geht das sicher nie mehr.

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