https://www.faz.net/-gy9-a8vee
Frank-Holger Appel (hap.)

Tech-Talk : Geld in den Ofen

  • -Aktualisiert am

Der Besuch des Schornsteinfegers macht klar: Eine neue Heizung auszusuchen ist gar nicht so einfach. Aber für die Umwelt gäbe es in den Kellern wohl einiges zu tun.

          1 Min.

          Der Schornsteinfeger rückt heutzutage mit einer Art Arztkoffer und iPad an. Die Messung dauert eine Viertelstunde. Sagt er hernach, es sei alles in Ordnung mit Flamme, Kessel und Abgas, ist das ein gutes Gefühl wie nach dem jährlichen Check beim Zahnarzt, wenn der nicht gebohrt hat. Die fünfzehn Minuten mit dem nur noch kleidungsmäßig schwarzen Glücksbringer sind zugleich eine Lehrstunde.

          Am Kamin im Wohnzimmer ist eine Klappe im Abluftrohr. Die gilt es regelmäßig zu öffnen und den Grad der Verrußung innen zu kontrollieren, damit das sich mal mehr, mal weniger zusetzende Rohr keine Gefahrenstelle wird. Mit einem alten Staubsauger oder einer Bürste vom Kaminbauer muss man den Ablagerungen zu Leibe rücken. Dass nur ordentlich getrocknetes Holz verfeuert wird, ist selbstverständlich, so passen Atmosphäre und Umwelt zusammen. Im Keller stehen die Kessel für Warmwasser und Heizung, nicht selten haben sie Jahrzehnte auf dem Buckel. Das kühlschrankgroße Standgerät funktioniert noch einwandfrei und besteht auch wieder die Abgasprüfung, wird aber nicht mehr gebaut.

          Moderne Technik hängt meist an der Wand, ist kleiner, wartungsärmer und umweltfreundlicher. Bezöge die Heizung ihre Zufuhr aus einem Brennwertkessel, käme der Mann nur noch alle zwei Jahre zur Kontrolle. Selbstredend ist neue Technik auch besser für die Umwelt, erfordert aber mindestens 5000 Euro Investition. Wer handeln will oder muss, braucht den Rat eines Fachmanns. Gas? Trotz Zweifeln an Putins Zuverlässigkeit eher ja. Öl? Nicht mehr. Pellet? Vielleicht. Luftwärmepumpe? Möglich. Geothermie? Riesiger Aufwand. Eins aber scheint klar nach der Schornsteinfeger-Lehrstunde: Eine Abwrackprämie für alte Heizungen wäre auch und gerade im Sinne der Umwelt besser angelegt als die uferlose Subvention für Elektroautos.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Blitz und Donner

          Probefahrt Škoda Enyaq : Blitz und Donner

          Auch Škoda steigt in den Markt für Elektroautos ein und setzt dort sogleich ein Ausrufezeichen. Der Enyaq ist technisch viel VW, von seiner Umsetzung aber nah am Übermut.

          VW Tiguan 2.0 TDI Elegance Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : VW Tiguan 2.0 TDI Elegance

          Mit dem Tiguan rollt der VW das SUV-Feld von hinten auf: Mehr als 760 800 Kunden entschieden sich bis Ende vergangenen Jahres allein in Deutschland für das kompakte SUV mit dem Phantasienamen Tiguan. Die jüngste Modellpflege im Sommer 2020 brachte dem Dauerbrenner mehr Digitalisierung, neue Infotainment- und Assistenzsysteme sowie ein erweitertes Motorenprogramm. Was das jüngste Modell alles kann und ob sich ein Kauf lohnt erfahren Sie in unserem Fahrbericht.

          Topmeldungen

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beantwortet nach dem Treffen der Fraktionsspitze von CDU und CSU Fragen der Presse.

          Kanzlerkandidatur : Söder in Umfrage weiter deutlich vor Laschet

          Nach den von infratest dimap erhobenen Zahlen halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger Bayerns Ministerpräsident für den besseren Kanzlerkandidaten. Für Laschet sprachen sich nur 15 beziehungsweise 17 Prozent aus.
          Blick auf die Brücke, die die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet.

          Meeresblockade : Ukraine wirft Russland Eskalation vor

          Kiew schlägt abermals Alarm: Moskau wolle einen Teil des Schwarzen Meers für ausländische Kriegsschiffe sperren. Russlands Militärübungen an der Westgrenze gehen derweil weiter. Und die Armee der Ukraine probt die Abwehr eines Vorstoßes von Panzern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.