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Schlusslicht : Schmierige Umstände

Wenn die IT abschmiert: Liqui-Moly-Chef Ernst Prost hat beste Laune. Bild: Liqui Moly

Die Deutsche Bank kann nicht rechnen, die Lufthansa kann nicht essen und WMF kann nicht kochen. Das macht aber nichts, die IT reißt es raus.

          Deutschland kommt voran. Gut, vielleicht hakt es hier und da ein wenig, in der Deutschen Bank etwa oder bei den Bordverpflegern von LSG Sky Chefs. Die einen haben leicht existenzbedrohende Schwierigkeiten mit dem Investmentbanking, weshalb sie sich von dessen Leiter trennen. Damit der nicht so hart fällt, bekommt er 11 Millionen Euro auf den Weg, leider vor Steuern, wenn wir nicht irren. Pacta sunt servanda, weiß der umsichtige Aufsichtsrat, und wenn Sie sich jetzt fragen, wer solche Verträge macht, dann verzagen Sie nicht, sondern schauen Sie nach Paris. Da kickt Neymar, beziehungsweise er kickt nicht mehr, weil er ein bisschen streikt, schlechte Laune halt. 30 Millionen Euro bekommt der Filigrantechniker, netto. Alles ist eben relativ.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die LSG wiederum verpflegt die Kunden der Lufthansa nicht mehr, weil sich so viele Mitarbeiter krank gemeldet haben. Ihnen ist nicht etwa das eigene Essen schlecht bekommen, sondern die Suppe, die ihnen Carsten Spohr einbrocken will. Verkauft werden soll die LSG, aus Tschechien werde künftig für die Hälfte der Kosten gekocht, glaubt das Personal zu wissen. Wenigstens ist der Weg zum Trog demnächst womöglich nicht mehr so weit. Die Gefäßchirurgen von WMF wollen die Produktion von Kochtöpfen am Stammsitz in Geislingen/Steige einstellen und ins europäische Ausland verlagern. Vielleicht treffen sie dort auf die auch nur noch mit Wasser kochenden Kollegen von Vorwerk, die ihre einst so hippe Küchenmaschine Thermomix künftig nicht mehr am Unternehmenssitz in Wuppertal fertigen lassen.

          Sie zweifeln nun, ob Deutschland so wirklich vorankommt? Seien Sie beruhigt. Die IT macht das schon. Fragen Sie einfach Ernst Prost. Der Liqui-Moly-Chef kennt sich aus mit schmierigen Umständen und kann eine Fachfirma empfehlen.

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