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Schlusslicht : In den Unterschlupf

Hund müsste man sein – dann ginge der Schlupf auf Rolltreppe und anderswo gewiss an einem vorüber. Bild: dpa

Alles irgendwie anders: Tesla kann zum ersten Mal wirklich das Weltklima retten, Frankreich ist das neue Deutschland und Rolltreppefahren das Gefühl des Jahres. Glauben Sie nicht? Dann fragen Sie mal den Ingenieur Ihres Vertrauens.

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          Auf Rolltreppen rollt man in der Weihnachtszeit besonders bequem von einer Vielzeugabteilung zur nächsten. Sie stellen sich also auf die Rolltreppe und greifen sogar zum Handlauf. Aber nun, wie Sie da so stehen und rollen, merken Sie plötzlich, wie sich ein Stretchen einstellt, erst wohlig, dann bedrohlich. Den rechten Arm zieht’s nach oben, die Beinchen kommen so schnell gar nicht hinterhergerollt. Was Sie spüren, ist der Schlupf.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

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          Den Namen haben wir uns nicht ausgedacht, fragen Sie doch den Ingenieur Ihres Vertrauens! Und wenn wir jetzt sagen, der Schlupf, der ist doch irgendwie das Gefühl des Jahres, dann meinen wir das auch nicht wegen der phonetischen Assoziationen zur scholzschen Kanzlerschaft. Grund zu schlumpfigem Gegrinse gab es in diesem Jahr nämlich wenig. Nein, der Schlupf sagt, dass etwas ins Rutschen gerät, was eigentlich im Einklang laufen sollte.

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          Neuestes Beispiel: Die amerika­nische Mitte-links-Grün-Liberale kehrt tatsächlich ihrem liebsten Statussymbol den Rücken. Mit den Autos von Hardcore-Elon kann man sich von Santa Barbara bis ins East Village nicht mehr blicken lassen, seit er auf Twitter trumpelt. Doch während Tesla die alte Kundschaft wegschlupft, rollt die nächste ja womöglich herein? Denn, sehen Sie, Symbolkonsum funktioniert nach Hufeisentheorie. Und Republikaner fürchten sich nicht vor abgetragener Klamotte. Vielleicht ist dieser Tesla-Schlupf ja sogar das Beste, was dem Weltklima hätte passieren können. Endlich kommen die gun-loving patriots auf den Elektrogeschmack.

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          Apropos hohl: Das Baguette ist zum fluffigen Weltkulturerbe ernannt worden. Doch es steht zu befürchten, dass diese Entscheidung die angeschlagene deutsch-französische Beziehung endgültig überdehnen könnte. Jetzt wurde der Weltmeister sogar zuerst ins Weiße Haus eingeladen. Die Franzosen, sie rollen uns davon. Alles, was noch für uns spricht, ist, dass wir unsere Nachbarn bald in der Zahl tüchtiger Atomkraftwerke überholen, ein Schlupf, den 2021 fast niemand hat kommen sehen. Letzte Chance: Vielleicht können wir sie noch im Wettbewerb um fleißige Fachkräfte abhängen. Kein Vorankommen auf der Einwandererpunkteskala für den, der sich nicht leidenschaftlich zum Pumpernickel bekennt. So kann’s ja nur bis ganz nach oben gehen. Kein Treppenwitz.

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