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Schlusslicht : Umwelt? Hilfe!

Bild: AFP

Diese Woche ist endlich mal Erfreuliches für das Klima getan worden. Wir reden hier natürlich nicht vom erhöhten Spritverbrauch am Vatertag und daraus resultierenden Emissionen.

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          Diese Woche ist endlich mal Erfreuliches für das Klima getan worden. Wir reden hier natürlich nicht vom erhöhten Spritverbrauch am Vatertag und daraus resultierenden Emissionen, so etwas scheint nicht mal die Deutsche Umwelthilfe zu berechnen, es lässt sich ja auch kein Kapital daraus schlagen. Wir reden von Audi. Dem Premiumhersteller im VW-Reich ist es nach nur zweieinhalb Jahren Tiefenrecherche gelungen, ein suboptimales Verfeuerungsverhalten seiner Dieselmotoren zu entdecken. Im ersten Moment haben wir gedacht, au weia, die Kerle haben betrogen. Aber gemach, Audi-Chef Stadler klärt auf, es handele sich nur um einen Arbeitsfehler in einer Fachabteilung, von Manipulation keine Spur, und der gemeine Softwarebaustein werde sofort ausgewiesen.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Mit dem Ausweisen sammelt VW gerade so seine Erfahrung, obgleich in der Fachabteilung Vorstand selbstredend nie Arbeitsfehler gemacht werden, wo kämen wir denn da hin? Martin Winterkorn allerdings kommt nirgends mehr hin, die ein wenig undankbar hantierende amerikanische Justiz hat den geschassten VW-Boss verdonnert, die nächsten 25 Jahre bei Champagner und Kaviar in Bogenhausen absitzen zu müssen. Für alle, die in Geographie wenig bewandert sind: Das ist kein Hochsicherheitstrakt, sondern ein Villenviertel in München.

          Spätestens jetzt erwarteten wir Triumphgeschrei von Jürgen Resch, der Mann verklagt schließlich jeden, der nicht bei Drei auf dem Dieselölbaum ist. Stattdessen Stille. Womöglich hat der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe gerade selbst ein kleines Betriebsklimaproblem zu lösen, weil seine Lobbytruppe 11 bis 13 Jahre alte Schüler zum Spendensammeln auf die stickoxidverseuchte Straße geschickt hat. Aber davon hat er bestimmt nichts gewusst, das war sicher der Arbeitsfehler einer Fachabteilung.

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