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Schlusslicht : Lebe lieber Lipophil

Der große Profiteur der Energiekrise? Zumindest beim Bau neuer Pipelines zeigt die Ölindustrie Spitzenwerte. (Symbolbild) Bild: dpa

Ein guter Tag, um über die Weltrettung zu sprechen: Dank Dart brauchen wir uns um Asteroiden auf Erdkurs nicht mehr zu sorgen. Die Ölbohrteams können sich also ganz dem Befüllen der 24.000 geplanten Kilometer neuer Pipelines widmen.

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          Das Verwunderlichste an den zerstörten Gasröhren der Nord Stream AG ist, dass Twitter den offensichtlichen Täter noch immer nicht preisgegeben hat. Er, der Öllobbyist, hat demnach, bis jetzt, nichts zu befürchten.

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          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          Nach dem erfolgreichen Test seiner Dürre-Strategie 2022 fühlte sich schon die Atomfraktion schwer sabotiert, auch die rheinischen Kohlebrüder sahen schwarz, und die Windfreunde, ja, die knicken glücklicherweise auch ohne sein Zutun ein, wenn sie die Formation Drei-Bürger-und-ein-Banner nur am Gerichtseingang erspähen. Ein Klacks. Und jetzt ist endlich auch der Streamingdienst der Ostsee vollends außer Betrieb, der, ob der wankelmütigen Deutschen, vielleicht ja doch noch ein Comeback gewagt hätte. Die Konkurrenz zu allen Seiten: ausgestochen. Und da sein Tun bisher nicht aufzufliegen droht, stehen europaweit endlich wieder alle Zeichen auf Lipophilie.

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          Wäre auch schade, wenn die Öligen am Ende selbst in die Röhre schauten. Derer haben sie nämlich dieses Jahr noch so einige in Arbeit – oder wenigstens in Planung, wie diese Woche zu lesen war. Genau genommen sind es weltweit runde 24.000 Kilometer Rohölröhren. Das ist fast einmal quer durch die Erde und wieder zurück. Was so durch diese 24.000 (in Worten: vierundzwanzigtausend) Kilometer gepumpt werden kann, Leckagen mal optimistisch ausgeschlossen, könnte freilich ein bisschen CO2 freisetzen, Pi mal Daumen fünf Milliarden Tonnen im Jahr. Das ist dann siebenmal so viel wie das, was Deutschland schafft. Endlich wieder ein Erfolg für die zuletzt schwer angeschlagene Welt der Infrastrukturgroßprojekte.

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          Ein guter Tag auch, um noch mal kurz auf die Weltrettung zu sprechen zu kommen. Da sind wir global jetzt wirklich hervorragend aufgestellt. Die Ölbohrteams können sich ganz aufs Ölbohren konzentrieren, weil das mit der Beseitigung von Asteroiden auf Erdkurs nun auch ohne Bruce Willis und seine Mannschaft klappt. Ein unsabotierbarer Satellit wird’s für uns richten. Wir danken Dart. Armageddon: aufgeschoben.

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