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Schlusslicht : Ein Schelm

Den Streich der Woche indes beschert der neue Bußgeldkatalog. Bild: ZB

Der Autoverband übt sich in Bruchlandung, der Bußgeldkatalog ist der Streich der Woche, nur Tesla kann sich alles erlauben. Welch sarkastischer Schelm führt denn hier Regie?

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          Es gibt Wochen wie diese, da fügen sich Ereignisse wie von Geisterhand, und wir fragen uns, welcher sarkastische Schelm hier schmunzelnd Regie führt. Die Lufthansa hat am Donnerstag einen neuen Airbus A 350 geliefert bekommen. Mit dem könnte sie nach China oder Amerika fliegen. Aber wohin darf man, wie gerade verkündet, weiterhin nicht reisen? Richtig.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Tesla hingegen kann inzwischen alles und sich alles erlauben. Der Elektroautopionier belegt in der jüngsten Qualitätsanalyse von JD Power den letzten Platz. Die Kunden melden 250 Mängel je 100 Fahrzeuge, ein Wert, bei dem die Herren Diess, Källenius oder Zipse in Häme ertrinken würden. Elon Musk nicht. Der Aktienkurs steigt und steigt, Tesla ist Stand jetzt der wertvollste Autohersteller der Welt.

          A propos Diess, der Mann konzentriert sich bekanntlich fortan auf die Konzernführung, wird aber nicht müde, der Wende zum Elektrovolkswagen das Wort zu reden. Nichts geht über aufmerksame Leser. Es schreibt Stefan D. aus C.: „Habe Mitte Juni einen VW E-Up bestellt, als Liefertermin wurde Oktober genannt. Drei Tage später ist daraus März oder April 2021 geworden. Fühle mich veräppelt.“

          Auch der VDA ist vor punktgenauen Bruchlandungen nicht gefeit. Der Autoverband hatte Mittwoch zur Präsentation der nächsten IAA geladen, die erstmals in München stattfinden soll. VDA-Präsidentin Müller und Bayern-Boss Seehofer wollen im September 2021 aus München „das Davos der Mobilität“ machen. Hoffentlich wird es nicht das Genf der Immobilität. Die Schweizer haben tags zuvor ihren Salon im März 2021 abgesagt. Mangels Masse.

          Den Streich der Woche indes beschert der neue Bußgeldkatalog. Verkehrsminister Scheuer wollte eine milde Verschärfung, der Bundesrat setzte rigide Strafen durch, von denen Scheuer vor allem die raschen Fahrverbote zurückzudrehen versucht. Jetzt fiel ein Verfahrensfehler auf, die Neuregelung ist wohl nichtig. So ein schelmischer Zufall.

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