https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/schlusslicht-der-woche-wir-steigen-auf-die-kutsche-um-18141164.html

Schlusslicht : Spann den Wagen aus

Fit for 2035: Dieses ungewöhliche Gespann fuhr zur Ölkrise 1973 durch oberbayerische Straßen und erlebt vielleicht ja ein Comeback. Bild: picture alliance / Keystone

Das haben wir jetzt davon: Wir hätten die Kutsche damals einfach nie der Technologieoffenheit preisgeben dürfen. Im Angesicht des Verbrenner-Aus bringt sie sich als ausgezeichnete Alternative in Stellung.

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          Ein neuer Ton zieht ein in die Politik. Zur, wie immer, richtigen Zeit entdecken unsere Repräsentanten ihre philosophischen Adern. Wann ist ein Aus ein Aus? Sind wir raus mit dem Aus? Und wäre ein Aus vom Aus wirklich so ein Graus? Uns raucht bei diesem Proseminar auf jeden Fall das Köpfchen (lokal emissionsfrei), und frei nach unserem ehemaligen Innenminister hat uns ein Teil der Antworten verunsichert. Sogar noch mehr, als uns der fehlende G-7-Gürtel an Britstar Johnsons Hose bei seinem Fototermin verunsichert hat. Dort halb acht, hier fünf nach zwölf – klare Präferenz.

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          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          Um jetzt garantiert nichts falsch zu machen, schaut man sich am besten beizeiten nach alternativer Mobilität um. Ein heißer Tipp ist an dieser Stelle das Achenbach-Fahrsystem (lokal emissionsfrei). Das fährt sich wirklich mit links und kommt mit einem wunderschönen PS aus. Effizienter und entschleunigter geht es nicht! Und wer sich doch mehr Dynamik wünscht, dem bietet die größere Ausstattungsvariante ein sechzehnbeiniges Turbo-Vierergespann. Wie gut diese Art des Fahrens funktioniert und aussieht, können Interessierte nicht in den ­Aus-gedienten Metropolen Stuttgart, Wolfsburg oder München anschauen, sondern im wahren PS-Mekka, in Aachen. Das Weltfest des Pferdesports tagt dort, wie seit fast 100 Jahren, und dieses Jahr noch bis Sonntag. Vielleicht war unser Fehler einfach von vornherein, die Kutsche der vermaledeiten Technologieoffenheit preiszugeben. Das haben wir jetzt davon.

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          Einen Nachteil hat das Pferdegespann aber vielleicht doch. Die Vollstreckung der nun ausgerufenen Wärmepumpenoffensive (lokal emissionsfrei) könnte sich auch bei gestrecktem Galopp der Monteurswagen verzögern. Von 2024 an sollen jedes Jahr eine halbe Million neue Wärmepumpen eingebaut werden. Die Rechenmaschine sagt, das sind 1370 pro Tag, also 57 in jeder Stunde, also, man ahnt es, fast in jeder Minute soll das Land eine neue Wärmepumpe bekommen. Das muss dieser Deutschlandtakt sein. Wir sind gespannt, ob sich das ausgeht.

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