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Tech-Talk : Sanft gefahren

  • -Aktualisiert am

Der X7 von BMW ist ein 5,15 Meter langer und rund 2,5 Tonnen schwerer Trum mit drei Sitzreihen ist jetzt der Kontrapunkt zum elektrischen i3 mit seinen vier Metern.

          Es war einmal eine Knutschkugel, die hieß Isetta, ganze 2,28 Meter lang, Einstieg durch die Front. Lang, lang ist’s her, und schon damals wagte BMW den Spagat zwischen winzig und riesig, stand am anderen Ende der Produktpalette in den Fünfzigern der „Barockengel“ mit V8-Motor und ausladenden Kotflügeln.

          Nur war der aus heutiger Sicht mit 4,73 Meter Länge fast schon kurz. Das Schiff, das BMW gut 60 Jahre später auf Reisen schickt, ist das SUV X7. Das 5,15 Meter lange und rund 2,5 Tonnen schwere Trum mit drei Sitzreihen ist jetzt der Kontrapunkt zum elektrischen i3 mit seinen vier Metern. Im Mai kommt er auf den Markt, mit V6- und V8-Motoren, auch als Diesel, für mindestens 84.300 Euro. Der V8 mit seinen 4,4 Liter Hubraum und 462 PS läuft souverän, ist aber zunächst nicht für Deutschland vorgesehen.

          Zu groß? Nein, für den Markt hierzulande wird ein ganz neuer V8-Motor avisiert. Wir hören schon die Kritiker, so ein Auto, muss das denn unbedingt sein? Jawohl und dreimal ja, soll man denn jeden Spaß verbieten? Die Kunden wollen solche Fahrzeuge, auch hier, aber vor allem in den Vereinigten Staaten, in China und in Middle East, das seien die Hauptmärkte, sagt BMW. Das muss wohl stimmen, der beste Beweis ist die junge Mutter, die uns anspricht, als wir mit dem X7 in seiner Heimat – gebaut werden X5, X6 und X7 in Spartanburg, South Carolina –, auf Probefahrten unterwegs sind. „Beautiful car“, sagt sie, der sei viel besser als der X5, den sie fahre. Denn der sei viel zu klein für sie, ihre zwei Kinder und deren Freunde.

          Ohne groß zu fragen, schwingt sie sich auf den Fahrersitz und macht gleich ein Selfie. „For my friends and my husband.“ Für Amerika ist der X7 gewiss nicht zu groß, und in Arizona kostet der Liter Benzin nur 80 Cent. In Europa denken inzwischen viele in größeren Zusammenhängen, da kommen fünf Meter lange SUV mit V8 nicht mehr so gut an. Warum eigentlich nicht?

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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