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Oligarchenyacht : Roter Platz

  • -Aktualisiert am

Auf der Suche nach einer rasch verfügbaren Megayacht? Mit „Axioma“, gut 70 Meter lang, wird jetzt das erste Oligarchenschiff versteigert.

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          Am 23. August, Tag der Narzisse und Gedenktag der Opfer des Totalitarismus, wird die erste beschlagnahmte Megayacht eines russischen Oligarchen den Besitzer wechseln. Dmitry Pumpyansky, dem sanktionierten russischen Milliardär, Oligarchen und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Rohrfabrik OAO TMK, die unter anderem die Öl- und Gasindustrie beliefert, wird eines seiner Lieblingsspielzeuge entzogen. Um 12 Uhr, High Noon, versteigert Howe Robinson Partners in Gibraltar die 72,50 Meter lange Axioma, die Pumpyansky, kurz nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2013, erwarb. Damals hieß das bei Dunya Yachts in Istanbul gebaute Schiff noch Red Square – Roter Platz.

          Hintergrund der Versteigerung ist angeblich nicht allein Pumpyanskys Oligarchendasein. Das Ganze soll etwas diffiziler sein und auf einen hohen Millionen-Dollar-Kredit bei JP Morgan Chase zurückgehen. Kreditnehmer, heißt es, sei Pyrene Investments und damit die zyprische Furdberg Holding, die zu Pumpyanskys Trust gehöre. Zahlungen an JP Morgan waren demnach ob der Sanktionierung nicht mehr möglich, und deshalb habe die Bank auf die Umwandlung von Sachwerten gedrungen. Das ganze Prozedere hat also offenbar vor allem wirtschaftliche Hintergründe, wenngleich die öffentliche Wahrnehmung eine andere sein wird. Interessant wird auch, wer sich solch ein Schiff ins Portfolio holt. Kann man als Europäer (ein paar Länder klammern wir hier aus), Amerikaner oder Australier guten Gewissens an einer Bord-Bar sitzen, wo vielleicht schon Wladimir und Sergej ihren Wodka geschlürft haben? Wer die Yacht erwirbt, wird sich auf Pumpyanskys Beliebtheitsskala nicht oben einordnen. Ein Mindestgebot gibt es jedenfalls nicht.

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