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Tech-Talk : PSA und ein Anfang

  • -Aktualisiert am

Fusionen großer Konzerne sind nie einfach. Erst recht nicht in der Automobilindustrie, wo es oft um mehr geht als um Zahlen, Gewinne und Arbeitsplätze.

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          Fusionen großer Konzerne sind nie einfach. Erst recht nicht in der Automobilindustrie, wo es oft um mehr geht als um Zahlen, Gewinne und Arbeitsplätze. Emotionen spielen eine Rolle, passen die einzelnen Marken zusammen? Nicht nur das Modellangebot sollte sich sinnvoll ergänzen, die menschliche Seite darf keinesfalls unterschätzt werden.

          20 Jahre ist die Hochzeit im Himmel, der Daimler-Chrysler-Deal, her, die mehr oder weniger im Fiasko endete. Einer der Partner von damals sitzt inzwischen mit Fiat im Boot und will jetzt als Fiat-Chrysler-Automobiles (FCA) an die französische PSA (Peugeot Société Anonyme) andocken. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, vor vorzeitiger Euphorie sei gewarnt. In der Regel funktioniert ein Zusammenschluss besser, wenn übernommen, nicht wenn fusioniert wird.

          Volvo und Jaguar-Land-Rover sind dafür Beispiele. Wobei die Marken erst wirklich aufblühten, als sie zum wiederholten Male den Besitzer wechselten und von Ford zu Geely oder Tata kamen. Auf dem Papier passen Peugeot, Citroën, DS, Opel, Fiat, Alfa-Romeo, Jeep, Chrysler und Dodge einigermaßen zusammen. Für PSA wäre der Zugang zum nordamerikanischen Markt dank Jeep und Chrysler möglich. In China sind beide Konzerne nicht gerade übermächtig, wohl aber vertreten.

          Allerdings ist die Elektromobilität, auf die insbesondere von den deutschen Herstellern, aber auch vom Konkurrenten Renault immer stärker gesetzt wird, weder eine Stärke von PSA noch von FCA. Wird es gelingen, aus schwacher Position gemeinsam Stärke zu entwickeln? Eine Garantie dafür gibt es nicht. Die ausgebluteten Marken Fiat und Alfa brauchen dringend neue, konventionelle Modelle, ewig auf Panda, 500 und das Nutzfahrzeug Ducato zu setzen wird nicht genügen. Hier könnte PSA gewiss helfen, wenn sich die stolzen Italiener denn helfen lassen. Einfach wird es nicht.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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