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Tech-Talk : Plastomania

  • -Aktualisiert am

Das Material der Wahl im Kampf gegen den unsichtbaren Feind ist in diesen Tagen der vielgeschmähte Kunststoff. Wer jetzt immer noch meint, Plastik sei eine Erfindung des Teufels, der mache mal ein Gedankenexperiment.

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          In der Not besinnt man sich vielleicht auf alte Freunde, die unverdrossen ihre Arbeit verrichten, auch wenn gerne an ihnen herumgenörgelt wird. Das Material der Wahl im Kampf gegen den unsichtbaren Feind ist in diesen Tagen der vielgeschmähte Kunststoff, ohne ihn läuft nichts. Etwa der Mundschutz, denn die FFP-Masken bestehen aus Polypropylen-Schmelze, Schutzkleidung aus beschichteter Zellulose oder ganz aus Plastik, die Brillengläser aus Polycarbonat.

          Sämtliche Spritzen, Schläuche und viele Teile der Beatmungsgeräte sind ebenfalls aus Kunststoff, anderes Material kommt dafür erst gar nicht in Frage, einiges davon stammt aus dem 3D-Drucker. In den Krankenhäusern fallen große Mengen Abfall an, die entsorgt werden müssen – da sie eventuell kontaminiert sind, werden sie verbrannt. Auch im Alltag geht vieles nur mit Plastikprodukten, zum Beispiel sind aus hygienischen Gründen Verpackungen von Lebensmitteln notwendig, und da immer mehr über Bestellungen läuft, freuen sich derzeit die Hersteller von Folien und Mehrwegpaletten. Im Einzelhandel fällt jenen, die noch einkaufen gehen, überall der Spuckschutz auf – Scheiben aus Acrylglas, das es schon seit fast einem Jahrhundert gibt und vielfältig verwendbar ist.

          Aber die bösen Plastiktüten und Strohhalme? Die Meeresverschmutzung ist tatsächlich ein ernstzunehmendes Problem, allerdings kommt der Müll dort nicht aus deutschen Landen. Das fast überall anzutreffende Mikroplastik ist auch nicht erfreulich, es stammt aber von Autoreifen, Abrieb der Wäsche und Kosmetika, nicht von langlebigen Gebrauchsgegenständen. Wer jetzt immer noch meint, Plastik sei eine Erfindung des Teufels, der mache mal ein Gedankenexperiment: Angenommen, es gebe keine Kunststoffe – was hätten wir dann jetzt nicht?

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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