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Peugeot und andere : IAA adieu

  • -Aktualisiert am

Peugeot und andere Marken haben ihre Teilnahme an der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt abgesagt. Eine grundsätzliche Frage stellt sich damit gleichwohl: Wie wichtig sind die Messen noch?

          Peugeot und Citroën machen seit der vergangenen Woche Schlagzeilen, weil die Franzosen den hessischen Hersteller Opel übernehmen wollen. Dabei ist eine andere Nachricht unter die Räder gekommen. Peugeot hat seine Teilnahme an der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt abgesagt. Auch die im Konzern für höhere Aufgaben vorgesehene Schwestermarke DS sagt adieu. Allein Citroën wird sich im September präsentieren. Begründet wird der Verzicht mit dem eigenen Produktportfolio, das eine Neuigkeit zum übernächste Woche beginnenden Salon in Genf parat halte, nicht aber zur IAA im Herbst. Ein grundsätzlicher Verzicht sei das nicht. Eine grundsätzliche Frage stellt sich damit gleichwohl: Wie wichtig sind die Messen noch? Die von den Importmarken in Deutschland organisierte AMI in Leipzig ist schon sang- und klanglos aus dem Kalender verschwunden.

          Die IAA, die bedeutendste Automesse in Europa, wenn nicht auf der Welt, sparen sich neben Peugeot und DS auch der japanische Hersteller Nissan und der schwedische Anbieter Volvo. Nissan will stattdessen die lange Zeit darbende Computermesse Cebit besuchen und seine Bemühungen auf Elektromobilität lenken. Peugeot will seine durch die Absage eingesparten Mittel an anderer Stelle einsetzen, nämlich in Werbemaßnahmen, welche die Kunden direkter animieren, in die unter Besucherschwund leidenden Autohäuser zu gehen. Für den veranstaltenden Verband der Automobilindustrie VDA ist die Entwicklung Anlass zur Sorge, bezieht er doch aus der Frankfurter Messe den größten Teil seiner Einnahmen. Auch wenn jetzt Ersatzaussteller gefunden werden, so müssen doch Ideen her, wie Messen ihre Anziehungskraft erhalten können. Die Stände kosten mehrere Millionen Euro. Die Hersteller suchen verzweifelt nach günstigeren, mithin oft digitalen Lösungen. Gerade jüngeren Marketingverantwortlichen scheint das persönliche Erlebnis unwichtiger zu werden. Aber wenn keiner mehr ein Auto anfassen kann, kauft er es dann?

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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