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Tech-Talk : Peugeot gegen VW

  • -Aktualisiert am

Der PSA-Konzern vollführt eine Mutprobe, die aufhorchen lässt. Und VW will sich mit Batterieelektrik an der Weltspitze halten. Das wird spannend und von wahrlich globaler Dimension.

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          Während sich die Bevölkerung hierzulande noch daran abarbeitet, ob ein von der Industrie zu bezahlender Nachrüstkatalysator an einem sechs Jahre alten VW Golf die Sperrung einer Seitenstraße in Stuttgart verhindern hülfe, vollführt in unserem auch nicht eben unpolitischen Nachbarland Frankreich der PSA-Konzern eine Mutprobe, die aufhorchen lässt.

          Vor kurzem noch pleite, hat sich Peugeot-Citroën zum hochprofitablen Autohersteller entwickelt. Mit dem Ableger DS soll die Aufstiegsgeschichte von Audi wiederholt werden, bislang mit mäßiger Durchschlagskraft. Die Marke Opel wurde übernommen und wird unter Schmerzen restrukturiert, Erfolg noch ungewiss. Die Idee ist so bestechend wie schwierig: Lassen sich schlanke Fabriken und günstige Produkte auf viele Marken verteilen, steigt die Rendite. Konzernchef Carlos Tavares denkt aber nicht nur in neuen Autos, er will auch neue Märkte erobern. Opel kehrt nach seinem desaströs teuren Abschied nach Russland zurück. Peugeot soll in näherer Zukunft in Nordamerika Fuß fassen. Und jetzt auch noch Indien, wo selbst einheimische Hersteller scheitern. Citroën soll vom Jahr 2021 an mit eigener Produktion und einem neuen Modell je Jahr ein „Inder in Indien“ werden. Dass dies kein Spaziergang wird, weil die Märkte volatil und die Lust vieler Politiker rund um die Welt an Zöllen gleichsam unberechenbar geworden ist, weiß Tavares.

          Aber auf einem Berg Bargeld plant es sich eben kommod. Schon wird ihm auch ein Interesse an dem ausgebluteten Italowestern Fiat-Chrysler nachgesagt. Bislang hat Tavares das Glück des Mutigen, die Kosten sind niedrig, die meisten Autos kommen gut an, und Modelle wie der nächste Peugeot 208 haben das Zeug zum Kracher. Womöglich zeichnet sich da ein bislang ungeahntes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Der andere (Über?-)mutige sitzt in Wolfsburg und will den VW-Konzern mit Batterieelektrik an der Weltspitze halten. Das wird spannend und von wahrlich globaler Dimension.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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