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Erinnerungen : Im Paternoster

  • -Aktualisiert am

Das Ende der Ära des Paternoster ist besiegelt. Was bleibt, sind Kindheitserinnerungen. Die sind heute noch so präsent wie damals – egal, wie lang es schon her ist.

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          Eine Fahrt im Paternoster gehört zu den unauslöschbaren Kindheitserinnerungen. Vater und Sohn waren nicht rechtzeitig ausgestiegen, doch passiert ist nichts. Die Kabine wechselt einfach die Seite und fährt wieder nach unten.

          Dennoch war die Angst groß und der Blick auf die Technik während des kurzen Wechsels ist auch nach 50 Jahren noch tief ins Gedächtnis eingebrannt. Gab es in den sechziger Jahren noch viele „Umlaufaufzüge“ in Deutschland, waren es 1994 keine 400 mehr, und heute sind sie fast verschwunden. Als man sie vor 21 Jahren komplett verbieten wollte, regte sich so viel Widerstand, dass die wenigen, die es noch gab, bleiben durften. Jetzt ist seit gestern eine Bundes-Verordnung in Kraft, die nur noch befugtem Personal das Betreten der alten Aufzüge mit Nostalgie-Faktor erlaubt.

          Die neue Betriebssicherheitsverordnung verlangt, „dass Personenumlaufaufzüge nur von durch ihn eingewiesenen Beschäftigten verwendet werden“. Für Besucher müssten die Aufzüge künftig gesperrt werden. In München ist davon beispielsweise der Paternoster im Polizeipräsidium betroffen. Der ist hin und wieder in Fernsehkrimis zu bewundern. Dort, wo es noch Paternoster gibt, regt sich wieder der Widerstand. Das Technikrelikt, das 1876 in England erfunden worden war, ist einfach zu beliebt. Auch wenn aus naheliegenden Sicherheitsbedenken schon seit 1974 keine neue Anlagen mehr gebaut werden dürfen.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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