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Zukunftsplan : Allez les Opels

  • -Aktualisiert am

An diesem Donnerstag wird es ernst in Rüsselsheim. Opel stellt seinen Zukunftsplan vor, der nichts weniger ist als der Plan zum Überleben der seit Jahren angeschlagenen Traditionsmarke.

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          An diesem Donnerstag wird es ernst in Rüsselsheim. Um 9 Uhr morgens stellt Opel seinen Zukunftsplan vor, der nichts weniger ist als der (nächste) Plan zum Überleben der seit Jahren angeschlagenen Traditionsmarke. Der neue Eigentümer PSA Peugeot-Citroën hatte dem frisch installierten Management hundert Tage Zeit gegeben, Ideen in eine Form zu gießen. Nun muss geliefert werden.

          Was auf Opel zukommt, vermag ein Satz auszudrücken, den der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Tavares im Gespräch mit FAZ.NET erstmals sagte: Die Freiheit der Opel-Führung ist proportional zu deren Erfolg. Wie groß die Aufgabe ist, zeigt ein Blick in die Zulassungsstatistik. Von der einstigen Augenhöhe zwischen den im jeweiligen Markenkern fahrenden VW Golf und Opel Astra kann keine Rede mehr sein. In Deutschland sind in den ersten drei Quartalen 169.000 Golf neu zugelassen worden. Opel brachte in der gleichen Zeit nur 45.000 Astra an den Mann. Und selbst diese an Tristesse kaum zu überbietende Zahl ist wohl noch geschönt, denn inoffizielle Daten weisen für Opel „sonstige Verkäufe“ von bis zu 46 Prozent aus.

          Demnach sind margenvernichtende Eigen- oder Händlerzulassungen an der Tagesordnung. Volkswagen ist also nicht nur entfernt, sondern außer Sichtweite, und das trotz Dieselskandals. Offensichtlich können sich die Wolfsburger alles bis zum Betrug erlauben; geht es ums Produkt und damit um die Kaufentscheidung, schlagen sie ihre Rüsselsheimer Konkurrenz aus dem Feld.

          Das kann und wird sich der neue französische Hausherr nicht länger bieten lassen. Es wird Korrekturen geben, die über die symbolischen Kleinigkeiten von Keksverbot in Besprechungszimmern und Abschaffung von iPhones als Diensthandys hinausgehen – im Vertrieb, in der Produktion und auch in der Modellpalette, die so schlecht nicht ist, aber eben auch nicht gut genug. Das wird weh tun. Immerhin aber bekommt Opel noch eine Chance.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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