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Oldtimer von Tchibo : Kein kalter Kaffee

  • -Aktualisiert am

Neben Schmuck, Pyjamas, Sonnenbrillen, Hausschuhen, Reisen und Mobilfunkkarten will Tchibo nun auch Oldtimer offerieren.

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          Oldtimer bei Tchibo: Die Meldung lässt zunächst an einen Aprilscherz denken. Seit langem wird in den Läden nicht nur Kaffee verkauft, es gibt Schmuck, Pyjamas, Sonnenbrillen, Hausschuhe und noch viel mehr für den täglichen Bedarf, auch Reisen oder Mobilfunkkarten. Sogar Neuwagen hatte es schon mal gegeben beim Kaffeeröster, 2003. 1000 Fiat Stilo gab es vor 13 Jahren, 20 Prozent billiger.

          Und jetzt werden Oldtimer offeriert. Acht Klassiker sind im Angebot. Zwar gibt es nur jeweils ein Exemplar zu kaufen, doch bemerkenswert ist das Angebot allemal. Es reicht von einer Ente (Citroën 2CV) von 1988 für 15 500 Euro über einen DKW 3=6 „Schnelllaster“ mit Pritsche und Plane bis zum VW Samba T1-Bus. Der DKW, Baujahr 1956, soll 87 900 Euro kosten, der Samba, drei Jahre jünger, 89 950 Euro. Der nur echten Oldtimer-Experten geläufige DKW-Lieferwagen ist das ungewöhnlichste Angebot in dem Oktett. Die Klassiker Käfer (Typ 1 von 1953), Mercedes-Benz SL (Pagode) und ein 50 Jahre alter Ford Mustang sind schon gängigere Modelle. Die Preise für die Schätzchen bewegen sich auf marktüblichem Niveau - sie sind also sehr hoch. Teuer erscheint ein Jeep CJ 7 von 1984, der 45 000 Euro auf dem Preisschild stehen hat. Achter im Bunde ist ein 73er VW-Porsche 914 für 54 900 Euro. Tchibo kooperiert für die Aktion mit Westside-Cars in Hamburg.

          Dort werde die erste Jahresinspektion inklusive Ölwechsel gratis erledigt, heißt es. Dass jetzt selbst Tchibo auf die Idee kommt, mit solch einem Angebot zu werben, zeigt, dass das gepflegte alte Auto längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Es ist schlicht ein Kulturgut, und wer mit einem Oldtimer unterwegs ist, er mag noch so teuer sein, wird nie angefeindet oder schief angeguckt. Im Gegenteil. Jeder freut sich mit einem, oft fällt der Spruch: „So einen hatte mein Vater/Großvater/Onkel.“ Nur schade, dass die Preise für gute Autos inzwischen so weit oben sind. Da stehen sie den neuen in nichts nach.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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