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Sneaker aus Merino-Wolle : Wolle und Strick machen Schuhe schick

  • -Aktualisiert am

Schön leicht: Merino-Sneaker von Gießwein. Bild: Hersteller

Sneaker aus Merino, in der Maschine waschbar und leicht: Ein Blick auf Wollschuhe für den Wanderer.

          Wolle erlebt im Bergsport seit einigen Jahren eine Renaissance. Nicht nur Strümpfe und Unterwäsche sind aus Wolle. Auch als wärmende Zwischenschicht hat Wolle einen ausgezeichneten Ruf zurückerlangt. Denn Wolle am Berg ist ja nicht neu. Die Bergpioniere der Alpen und des Himalayas waren aus Mangel an Alternativen ganz selbstverständlich mit Wolle unterwegs. Wolle eignet sich aber auch als Material für den Schuh hervorragend. Und das nicht nur als Hüttenschuhe.

          Seit kurzem hat Gießwein, ein Tiroler Wollverarbeiter in dritter Generation, ein Angebot, das unser Interesse geweckt hat. Sneaker aus Merino; ohne Schnörkel auf das notwendigste reduziert, in der Maschine waschbar. Unser erster Eindruck: Der Merino-Runner (für 130 Euro) ist sehr leicht. Unser zweiter Eindruck: Er sitzt perfekt. Schon beim ersten Anziehen spüren wir keine Druckstellen. Ein neues Schuherlebnis. Nicht nur einmal ertappen wir uns bei dem Gedanken, wir hätten am Morgen das Haus in den Hausschuhen verlassen. Das Obermaterial wurde in einem speziellen Verfahren verarbeitet. „3D Stretch“ nennt das Gießwein, und es sorgt dafür, dass der Schuh sich an den Fuß anpasst und nicht umgekehrt. Durch die verfilzte Oberfläche ist der Schuh trotzdem sehr robust.

          Merino-Runner: Ein echter Hingucker

          Für das Büro und die Stadt ist der Merino-Sneaker eine Alternative; für ausgedehnte Wanderungen im Gelände ist er allerdings nicht geeignet. Auf steinigen oder steilen Wegen würden wir ihn nicht anziehen, weil der Schutz vor scharfem Fels und Geröll fehlt. Dafür scheint das Wollmaterial dann doch zu weich. Wir würden ja auch nicht in Hausschuhen einen Berg hinauf und hinunter wandern. Im Büro ist der Merino-Runner aber längst zu unserem Lieblingsschuh geworden, wo ihn die breite Palette an ansprechend kräftigen Farben, in denen es den Schuh gibt, zu einem Hingucker macht.

          Ursprung des Materials: Eine Herde Merino-Schafe.

          Nicht nur Wolle selbst ist ein gutes Material für Schuhe, auch die für Wolle typische Verarbeitungsform wird immer beliebter am Fuß. Denn Strick ist elastisch und deshalb geeignet, um gerade am Fuß, wo eine perfekte Passform notwendig ist, lästigen Blasen vorzubeugen. Dabei bietet Strick gleichzeitig so viel Stabilität, wie man sie auf Wanderwegen und sogar abseits davon braucht.

          Kletterschuhe: Alles andere als bequem

          Dachstein hat schon vor zwei Jahren mit dem „Super Leggera“ einen gestrickten Wanderschuh herausgebracht, den es von diesem Jahr an auch in einer wasserdichten Gore-Tex-Variante (für 230 Euro) gibt. Auch das Schweizer Outdoor-Unternehmen Mammut wartet in diesem Jahr mit einem aus Synthetikmaterial gestrickten Schuh auf. Konzipiert für den Zustieg zu Felswänden ist der „Alnasca Knit Low“ (für 140 Euro ein nur 350 Gramm), schwerer Wanderschuh, der wie ein Socken gestrickt wurde. Das macht ihn auch elastischer als herkömmliche Schuhe. Blasen soll so vorgebeugt werden.

          Der italienische Bergschuhhersteller Scarpa hat in diesem Jahr den beliebten Mojito, der sich in den vergangenen zehn Jahren mit mittlerweile 50 Modellen eine Fangemeinde aufgebaut hat und der ein Viertel des Unternehmensumsatzes in Deutschland erwirtschaftet, in einer Strick-Version aufgelegt. Der Knit-Mojito (für 160 Euro), in einem Stück aus Synthetikmaterial gestrickt, ist sehr leicht. Gerade im Sommer erweist sich die luftdurchlässige Verarbeitung als angenehm. Die Zwischensohle aus EVA-Schaum dämpft jeden Schritt weich ab. Die Vibramsohle bietet auf jedem Untergrund guten Halt und macht selbst leichte Kletterpassagen mit.

          Für den steilen Fels oder die Boulderhalle sollte es schon ein richtiger Kletterschuh sein. Auch den gibt es mittlerweile gestrickt. Das Problem bei Kletterschuhen: Sie müssen eng anliegen, um Kraft und Reibung perfekt auf Tritte und Leisten zu bringen. Deshalb stehen Kletterschuhe nicht im Ruf, besonders bequem zu sein. Noch dazu schwitzt man daran meist stark. Um ihre Füße aus dem engen Korsett zu befreien, ziehen Kletterer ihre Schuhe deshalb regelmäßig aus. Beim „Momentum“ von Black Diamond erlebt man das jedoch nicht. Das luftdurchlässige Strick-Obermaterial verhindert, dass die Füße übermäßig schwitzen. Gleichzeitig sind bei dem Schuh, den es für Kinder (55 Euro) und Erwachsene (90 Euro) gibt, die Reibungswerte so gut, dass man damit zwar die Skala der Schwierigkeitsgrade nicht nach oben erweitern wird, der „Momentum“ aber auch in höheren Graden ein solider Kletterschuh ist.

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