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Noch höheres HDTV : Pixel-Rekorde für die Fernseher von morgen

  • -Aktualisiert am

Schärfer wird das Foto nicht: Fernsehen in höchster Auflösung von Sharp Bild: Rainer Bücken

Viel ist nicht genug: HDTV wird jetzt noch um ein Vielfaches getoppt. Erste Super-Schirme sind schon im Handel. Weitere Tests gibt es in London im Sommer.

          Eben erst haben wir uns an HDTV mit seinen gestochen scharfen Bildern gewöhnt, da tüftelt die Industrie schon an einer Fernsehzukunft, die uns noch weit größere Pixelfülle ins Wohnzimmer bringen soll - vorzugsweise auf Bildschirmen von wandfüllendem Kaliber. Vereinzelte Kostproben gab es auf der Fachmesse IFA Anfang September in Berlin zu sehen, zum Beispiel bei Toshiba: Das 55 Zoll große Fernseh-Flaggschiff dieses Herstellers, 55ZL2G genannt, zeigt die vierfache Anzahl an einzelnen Bildpunkten, die gängige Full-HD-Bildschirme heute bieten - also stolze 3840 mal 2160 Pixel. Zwar dient das superfeine Raster diesem Apparat vor allem dazu, brillenlosen 3D-Betrieb mit annehmbarer Bildqualität zu ermöglichen. Aber auch der normale 2D-Betrieb profitiert von der Extrem-Auflösung: Der Bildschirm fügt den normalen High-Definition-Eingangssignalen selbst errechnete Zwischenwerte hinzu und lässt die Bilder aus kurzem Betrachtungsabstand noch differenzierter erscheinen.

          Wie demnächst sogar noch mehr Schärfe auf die Bildfläche kommen könnte, demonstrierte Sharp auf seinem Messestand - allerdings noch hinter verschlossenen Türen. In einem Experimentalaufbau traten gleich drei 60-Zoll-Bildschirme zum Vergleich an: Ein konventionelles HDTV-Gerät und je zwei Exemplare mit der vierfachen Bildauflösung. Alle Displays bekamen das gleiche Signal, nämlich Full-HD mit 1920 mal 1080 Bildpunkten zugespielt. Die beiden Super-Schirme mit 3840 mal 2160 Pixeln nutzten unterschiedliche interne Ansteuerungstechniken, um ihre 8,3 Millionen Bildpunkte überhaupt adressieren zu können: eine Variante mit schlichter mathematischer Interpolation und eine andere, die auf raffinierte Weise Kontrastabstufungen und Bewegungen ins Kalkül einbezieht.
          Beste Bilder mit feineren Strukturen

          Die komplexere der beiden Signalverarbeitungen zeigte natürlich die besten Bilder mit feineren Strukturen, mehr Details und wesentlich deutlicherer Tiefenstaffelung, die oft geradezu plastisch wirkte. Selbst bei Bewegungen funktionierte die „Integrated Cognitive Creation (ICC)“ genannte Technik vorzüglich. Sharp und der Signalverarbeitungsspezialist I-Cube haben dieses Verfahren entwickelt und werden es zur IFA 2012 öffentlich vorstellen. Anschließend sollen die „Super-Resolution“-Geräte in den Handel kommen. Dann allerdings zu deutlich höheren Preisen als die derzeitigen HDTV-Fernseher.

          Die Fernsehsender werden solche aufgemotzten Signale allerdings noch lange nicht ausstrahlen. Auf absehbare Zeit bleibt es bei den derzeitigen HD-Sendestandards. Um so wichtiger wird die Qualität der Signalaufbereitung in den künftigen, extrem hoch auflösenden Geräten. Doch nur für große Displays ergibt die Vermehrung der Pixel einen Sinn. Jeder Bildpunkt wird tendenziell kleiner, und die Zuschauer können mit Couch oder Sessel dichter vor das Gerät rücken. Während die Experten bei HDTV die dreifache Bildhöhe als optimalen Betrachtungsabstand empfehlen, wird bei vierfacher Auflösung der günstigste Abstand kürzer; etwa die 1,5fache Bildhöhe gilt als ideal.

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