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Schlusslicht : Nichts gilt mehr

Die aus Frankfurt vertriebene IAA soll in München in neuem Format auferstehen. Bild: Picture-Alliance

Die IAA in München wackelt. Aber wäre eine Automesse ohne Autos nicht ein Traum? Fußball klappt ja auch ohne Zuschauer. Hier wie dort übernehmen neue Vorbilder.

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          Markus Söder ist skeptisch. Nicht gegenüber Armin Laschet, den er ja auf dem Weg ins Kanzleramt nach besten Kräften unterstützt. Es ist weitaus dramatischer. Dem bayerischen Ministerpräsidenten steht ein Ge­spräch mit Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ins Haus. Der ist zwar von der SPD, hat aber jetzt die gleichen Sorgen, die ums Oktoberfest nämlich. Stand heute könne der Welt größtes Volksfest nach den geltenden Regeln nicht stattfinden, ließ Reiter diese Woche wissen, und er suche eine Entscheidung für alle Volksfeste im Freistaat. Dann ja wohl auch für der Welt größtes Autofest. Die aus Frankfurt vertriebene IAA soll in München in neuem Format auferstehen. Dafür hat der Verband der Autoindustrie ein hippes Konzept erarbeitet, das sich dem von Umweltaktivisten geforderten Ziel nähert, Autoausstellungen ohne Autos zu veranstalten. Machen Impfoffensive und Corona so weiter, wird aus der Messe freilich sowieso eine auch ohne Besucher. Die wäre endlich klimaneutral. Und mindestens so sexy wie Fußball ohne Fans im Stadion.

          Holger Appel
          (hap.), Technik & Motor, Wirtschaft

          Hier wie dort spielen sich umwälzende Szenen ab. Die Kicker beweisen schon länger, dass ihnen Verträge heilig sind, niemals käme einer auf die Idee, den Vereinswechsel etwa durch Trainingsunlust zu befördern. Weil Fußballer gesellschaftliche Vorbilder sind, folgen ihnen nun die Trainer und zeigen, was ihnen das Papier wert ist, das sie mal unterschrieben haben. Wer vor der Zeit geht, geht mit der Zeit.

          Oder mit Elon Musk. Der Chef von Tesla hat grundsätzlich wenig Lust, sich an Konventionen zu halten. In Grünheide baut er schneller als die Behörde genehmigen kann, und jetzt traut er sich auch noch Ungeheuerliches. Kein VW, kein Toyota werde nächstes Jahr das meistverkaufte Auto der Welt sein, sondern sein Model Y, sagt Musk. Und er kommt nicht mal auf die IAA, ob sie stattfindet oder nicht.

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