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Schlusslicht : Neben der Spur

Als Merkel den VW-Stand betritt, klettern zwei junge Frauen auf Autodächer, halten „Klimakiller“-Plakate hoch. Bild: AFP

Auf der IAA lernt man was fürs Leben: über unscheinbare Demos, subventionierte Elektro-Autos, eine schlaue Kanzlerin und verbeulte Autodächer.

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          Eine Woche IAA, da lernt man was fürs Leben. Pressekonferenz vor der Messe. Grundlage: Die Autoindustrie geht unter, die Messe auch, Demonstranten werden alles lahmlegen. Es erscheinen sieben Mannschaftswagen der Polizei. Und vier Demonstranten.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Auftakt. Die Stände sind voller Elektroautos. Grundlage: Der Gesetzgeber hat eine Verringerung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen um 37,5 Prozent bis 2030 beschlossen. Ein Flottenwert, es müssen also Elektroautos mit null Ausstoß auf den Markt. Problem: Die Menschen greifen kaum zu. 30.000 Euro kosten die billigsten. VW-Chef Herbert Diess fordert die Ausweitung der Kaufprämie auf Gebrauchtwagen und kostenlosen Strom für Autos unter 20.000 Euro. Merke: Die Politik beschließt etwas, was die Industrie nicht schafft, dann fließt Steuergeld, damit das nicht wettbewerbsfähige Produkt doch jemand kauft. Der neue BMW-Chef Oliver Zipse sagt, er setze auf „the Power of Choice“, von Subvention keine Rede. Gehen in Bayern die Uhren unternehmerischer?

          Donnerstag. Angela Merkel eröffnet die IAA. Sie sagt, alle müssten etwas für das Klima tun, erwähnt aber die Aktivisten mit keinem Wort – die höchstmögliche Missbilligung im politischen Betrieb. Sie sagt, es müssten aber auch alle etwas tun, damit die deutsche Autoindustrie wieder die stärkste der Welt werde. Neue Sachlichkeit statt öffentlich-rechtliche Dauerbetroffenheit. Und Schläue. Die Kanzlerin will nicht schuld sein an einem Einbruch der Branche. Als Merkel den VW-Stand betritt, klettern zwei junge Frauen auf Autodächer, halten „Klimakiller“-Plakate hoch. Die Autos sind hin, total verbeult. Der Sicherheitsdienst fasst die Aktivistinnen nicht an. Wer draußen falsch parkt, bekommt einen Strafzettel. Interessante Entwicklung.

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