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Samsung Galaxy S5 : Das Smartphone als Fitnesstrainer

Bild: AP

Im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona präsentiert Samsung sein neues Flaggschiff. Das Galaxy S5 soll uns fit halten.

          Die Show von Samsung war am Montag Abend dann endlich vorbei. Überall auf dem Mobile World Congress hatten die Koreaner für ihr Event geworben. Viele Journalisten sahen in diesem Ereignis den Höhepunkt der Messe. Das ist in Maßen nachvollziehbar. Schließlich hat Samsung mit dem Galaxy S4 eines der besten Smartphones im Angebot. Allein die Verkaufszahlen sprechen für sich.

          Doch es war dann doch ein wenig übertrieben, das S5 so prominent abseits der Hallen des Mobile World Congress' zu präsentieren. Das lag nicht an der Veranstaltung selbst, sondern am neuen Galaxy. Es ist ein in Details verbessertes S4. Aber auch nicht mehr.

          Das Amoled-Display ist 5,1 Zoll groß und hat eine Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel). Das haben andere Smartphones auch, die man in den Hallen in Barcelona am Montag sehen konnte. Neu ist allerdings ein Sensor, der nicht nur die Helligkeit, sondern auch den Kontrast entsprechend der Umgebungswerte regelt. Samsung nennt es „Adaptive Display“. Dadurch dürfte das Bild besser und schärfer werden als bei anderen Full-HD-Displays. Auch im Sonnenlicht lässt sich der Inhalt besser ablesen.

          Fotos des S5 gibt es im Live-Blog zum MWC. Hier geht's lang.

          Der Quad-Core-Prozessor mit 2,5 Gigahertz ist hinreichend schnell. Und der Arbeitsspeicher von 2 Gigabyte ist Standard. Ebenso der interne Speicher von 16 oder 32 Gigabyte. Dieser kann per Micro-SD aber erhöht werden. 145 Gramm wiegt das S5, was sich recht wenig anfühlt, auch wenn es im Vergleich zum Vorgänger etwas schwerer geworden ist.

          Sein Gehäuse ist etwas größer geworden - um einen halben Zentimeter auf 14,2 Zentimeter Länge gewachsen - und gegen Staub und Wasser geschützt. Sony hat dies zum Beispiel auch bei seinen Xperia-Geräten. Das Gehäuse ist übrigens - auch wenn es am glänzend silbernen Rand anders aussieht - immer noch aus Plastik und nicht aus einem metallenen Unibody-Gehäuse, wie spekuliert wurde.

          Die Kamera hat 16 Megapixel und soll sehr lichtempfindlich sein. Sie bietet ein paar interessante Verbesserungen. Bilder werden in 0,3 Sekunden ausgelöst, was laut Samsung weltweit am schnellsten bei Smartphones ist. Sie kann gezielt Bereiche im Bild fokussieren, was theoretisch Tiefenschärfe erzeugen lässt. Und ihre HDR-Funktionalität ist auch bei Videos einsetzbar.

          Messe den Puls

          Samsung hat einige Sensoren verbaut. Da ist der Fingerabdruckscanner, der - genauso wie beim iPhone 5s - zum Entriegeln des Smartphones eingesetzt wird. Nur legt man den Daumen nicht drauf, sondern streift mit dem Finger darüber. Hinzu kommt eine andere Funktion: Mit dem Fingerabdruck kann man sich auch bei Paypal legitimieren, er ersetzt das Passwort. Die biometrischen Daten bleiben als Hashcode auf dem Gerät und werden nicht außerhalb gespeichert.

          Das Galaxy S5 kann auch den Puls und die Herzfrequenz messen. Neben der Kamera auf der Rückseite ist ein Sensor angebracht. Legt man den Finger drauf, misst er nach wenigen Sekunden den Puls. Dieses Verfahren könnte dem der Pulsuhr Mio Alpha gleichen: Ein optoelektrischer Sensor erkennt wechselnde Helligkeiten unter der Haut und damit das Pulsieren des Blutes.

          Und das S5 ist hinsichtlich Schnelligkeit gut ausgestattet: Der W-Lan-Standard IEEE 802.11ac mit einem Gigabit Durchsatz, LTE in der Advanced-Variante, Bluetooth 4.0 und ein sogenannter Download-Booster. Der packt LTE und W-Lan zusammen, um größere Dateien schneller transferieren zu können.

          Das Betriebssystem ist Android in der aktuellen Version 4.2.2. Aber Samsung hat es mal wieder stark mit seiner Touchwiz-Oberfläche überzogen. Die Symbole haben sich etwas verändert und sehen recht schick aus. Was nicht zu übersehen ist, sind die ganzen Apps für Fitness-Fans. Sie sollen natürlich auch den Nutzer zu den ganzen Gears-Uhren (Neo und Fit) locken, die mit der App „Coach“ zusammenspielen. Auf dieses Feature hat Samsung während der Veranstaltung sehr viel wert gelegt. Es waren immer wieder keuchende Sportler und durchnässte Radfahrer zu sehen. Wer sein Fitnessprogramm ernst nimmt, wird sicherlich auf professionelle Geräte zurückgreifen.

          Es bleibt weiterhin der Eindruck wie kurz nach Show-Ende: Das Samsung Galaxy S5 ist zwar weiterhin das Flaggschiff von Samsung und macht Apples iPhone und anderen Oberklasse-Smartphones mächtig Konkurrenz, drängt sie in gewisser Weise sogar vom Markt. Doch der Schritt vom S4 zur neuen Version ist kein spektakulärer. Unser Blick geht dann doch wieder Richtung Osten. Auf dem Mobile World Congress sind nämlich einige Hersteller aus China vertreten, die zeigen, was Innovation ist.

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