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Neustart mit Android : Nokias Wetteinsatz und das 3310

  • -Aktualisiert am

Das Nokia 3 ist das günstigste Gerät mit Android, das HMD Global heute vorgestellt hat. Es soll mit 139 Euro noch einmal 50 Euro günstiger als das „5“ sein. Das macht sich auch in den technischen Daten bemerkbar. Rück- und Frontkamera lösen beide nur noch mit 8 Megapixeln auf und der Akku ist mit 2650 mAh kleiner dimensioniert. Für Laufzeitprobleme dürfte das aber nicht sorgen, denn auch der Prozessor ist schwächer auf der Brust. Der Mediatek MT6737 eignet sich für die Nutzung von Browser und Messenger-Diensten, für anspruchsvollere Apps sollte man aber zu den teureren Modellen greifen. Das Display ist von allen Modellen mit 5 Zoll das kleinste.

Alle drei Geräte sollen in fünf verschiedenen Farben erhältlich sein. Außerdem ist der Speicher mit einer Micro-SD-Karte erweiterbar. Zu den Terminen für den Verkaufsstart machte HMD Global noch keine Angaben.

Nokia stiehlt Huawei die Show

Nun sind das alles keine Hardware-Merkmale, die die Konkurrenz in den Schatten stellt. Es gibt bereits gute Smartphones, die sehr günstig sind. Huawei macht es mit seiner Tochtermarke Honor vor. So kostet das 6x gerade mal 250 Euro. Das weiß auch Nokia. Die Finnen setzen auf ihr Image, ihren Charme und ihre nordische Exotik. Die technischen Details, die bei anderen Herstellern immer betont werden, rücken in den Hintergrund. Nokia konnte in dieser Hinsicht an diesem Sonntag im direkten Vergleich zeigen, was sie etwa von Huawei unterscheidet.

Die Chinesen denken gerne groß, dementsprechend überzogen sind auch die Veranstaltungen. Den Besuchern gefällt es, die Schlangen vor dem Italian Pavillon waren an diesem Sonntag Nachmittag rekordverdächtig. Weit mehr als eine Stunde – und damit viel zu lange – hat Huawei-CEO Richard Yu ausschließlich über das neueste Flaggschiff P10 gesprochen.

Huaweis Neuvorstellungen starten bei 649 Euro

Mit dem P10 und dem P10 Plus hat der chinesische Hersteller heute gewissermaßen einen Gegenpunkt zu Nokias Mittelklasse-Ausrichtung gesetzt. Preislich startet das günstigere P10 bei 649 Euro, für das Plus werden noch zwischen 50 und 150 Euro extra fällig. Beide Smartphones sind mit Huaweis selbst entwickeltem High-End-Prozessor Kirin 960 ausgestattet, der auch starker Belastung gewachsen ist.

Das P10 ist das kleinere der beiden Smartphones. Das 5,1 Zoll messende Display löst mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Das Display des P10 Plus löst mit QHD (2560 x 1440) höher auf und bietet mit einer Diagonale von 5,5 Zoll auch mehr Fläche. Im Gegensatz zum Samsung Galaxy S7 Edge und anderen Oberklasse-Geräten sind die Displays an den Ecken nicht abgerundet.

Beide Modelle besitzen eine mit dem deutschen Hersteller Leica zusammen entwickelte Dual-Kamera auf der Rückseite. Ein Schwarz-Weiß-Sensor mit 20 Megapixeln und ein Farbsensor mit 16 Megapixeln und optischem Bildstabilisator sollen besonders bei Porträts für bessere Ergebnisse sorgen. Während das P10 Linsen mit einer F/2.2 Blende besitzt, kommt in der Plus-Version eine bessere Optik mit einer F/1.8 Blende zum Einsatz. Der Fingerabdrucksensor ist bei den Geräten im Vergleich zum Vorgänger auf die Vorderseite gewandert. Nutzer können darauf auch verschiedene Gesten ausführen. Der Akku im P10 fasst 3200 mAh, der im P10 Plus sogar 3750 mAh.

Regulär bieten beide Telefone 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher, der mit einer Micro-SD-Karte erweiterbar ist. Wer für die Plus-Version jedoch 150 anstatt 50 Euro zuzahlt, bekommt ein Upgrade auf 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB internen Speicher.

Bei allem Respekt und aller Wertschätzung für das P10: Allein eine Viertelstunde philosophierte Leatrice Eiseman vom Pantone Institut, mit denen Huawei eine Partnerschaft hat, über die Farben blau und grün, in denen das P10 neben einigen anderen auch zu haben ist. Die Veranstaltung zog sich in die Länge, die Besucher wurden unruhig. Ganz anders Nokia im Museum of Contemporary Art. Das Selbstbewusststein der Finnen ist auch immer mit etwas Selbstironie und Wahnsinn gepaart. Ein kleiner Chor sang den typischen Nokia-Klingelton und lockerte den Wechsel der Redner immer wieder lustig auf.

So kann man das machen, die Journalisten sind erheitert. Ob die Fangemeinde, auf die sich Nokia ebenso immer wieder beruft wie auf seine 150-jährige Geschichte, so groß ist, dass die Finnen hinreichend viele Smartphones verkaufen, lässt sich auf diesem MWC noch nicht beantworten. Nokias Wette läuft erst einmal.

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