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Mobile World Congress : Auf der Suche nach dem perfekten Smartphone

Das Super-Handy gibt es noch nicht Bild: Dettweiler

Auf dem MWC in Barcelona waren viele neue Smartphones zu sehen. Aber kein Konkurrent des Samsung Galaxy S5 und des iPhones überzeugte vollends. Wie würde eigentlich das perfekte Smartphone aussehen?

          Eines muss man den Herstellern lassen. An nahezu jedem Stand auf dem Mobile World Congress in Barcelona gab es Smartphone-Premieren zu sehen. Sie waren entweder größer, leichter, hübscher, schneller, hochauflösender oder ausdauernder als ihre Vorgänger.

          Mindestens eine Stärke haben sie immer. Und jeder Hersteller setzt auf seine Lieblingseigenschaft. Hier ein Überblick:

          Akku

          So hat es wenig überrascht, dass am Stand von Huawei der Satz fiel: „Der Akku des MediaPad X1 hat 5000 mAh.“ Die Chinesen präsentieren immer mal wieder ein Gerät, das sich durch besondere Ausdauer auszeichnet. Gerade beim X1 ist dies auch notwendig, weil es eher ein Tablet ist, mit dem man telefonieren kann. Daher dürfte der Bildschirm entsprechend viel Energie verbrauchen. Auch das S860 von Lenovo hat einen starken Akku mit 4000 mAh.

          Huawei X1: Ausdauernder Akku

          Auch wenn die Konfiguration der Hardware die Belastung des Akkus maßgeblich beeinflusst, sollte es allen Herstellern endlich einmal gelingen, dass zumindest ein Gerät der Oberklasse einen Tag unter starker Belastung halten sollte. Da gibt es gerade unter den Android-Geräten leider immer noch Ausnahmen.

          Bildschirm

          Für die Frage nach der Auflösung gab es in Barcelona letztlich nur zwei Antworten: HD (1280 x 720) oder Full-HD (1920 x 1080 Pixel). Der Trend geht zu Full-HD. Doch Hersteller, deren Smartphone „nur“ HD-Auflösung hat argumentieren zurecht: „Wenn man es nicht ein Zentimeter vor sich hält, sieht man eh keinen Unterschied.“ Doch es geht nicht nur um die Schärfe.

          Samsung Galaxy S5: Mit „Adaptive Display“

          Samsung hat sich bei seinem Galaxy S5 etwas überlegt. Das Amoled-Display hat eine Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel). Zusätzlich regelt ein Sensor nicht nur die Helligkeit, sondern auch den Kontrast entsprechend der Umgebungswerte. Samsung nennt es „Adaptive Display“. Dadurch dürfte das Bild besser und schärfer werden als bei anderen Full-HD-Displays. Auch im Sonnenlicht lässt sich der Inhalt besser ablesen.

          Gehäuse

          In diesem Punkt schwächelt Samsung immer noch. Das Äußere des S5 ist immer noch aus Plastik. Wie bei vielen anderen Herstellern auch. Vorbilder, wie es aussehen sollte, sind das iPhone 5s und das HTC One, die schon länger auf dem Markt sind.

          Nokia X: Schickes Gehäuse

          Eine Alternative zum metallenen Unibody-Gehäuse ist sicherlich, was Nokia in seiner Lumia-Reihe verbaut und auch für das neue Nokia X verwendet hat. Es ist ebenfalls aus einem Stück, allerdings aus Polycarbonat. Das führt sich wertig und angenehm an. Nicht so bei der Masse der Handys. Allzu oft hat man an den Ständen Einsteiger- und Mittelklassegeräte in die Hand genommen, die sich wirklich nach minderwertigem Plastik angefühlt haben.

          Prozessor

          Das Wort „Qualcomm Snapdragon“ wurde auf dem MWC wohl am häufigsten ausgesprochen, wenn die Frage nach dem Prozessor gestellt wurde. Mal mit dem Zusatz 400, 600 und 800. Nur Sony konnte hier überraschen und verkündete, dass das neue Xperia Z2 einen Snapdragon 801 eingebaut hat.

          Sony Xperia Z2: Mit dem Snapdragon 801

          Wie sehr der Prozessor alleine die Performance des Smartphones bestimmt, ist schwer zu beurteilen. Dafür spielen zu viele Komponenten eine Rolle. Um aber sehr hochaufgelöste Filme (4K) mit dem Smartphone aufnehmen und auch wiedergeben zu können, braucht man auf jeden Fall einen schnellen Prozessor. Qualcomm hat auf dem MWC für diesen Zweck den neuen Snapdragon 805 vorgestellt, der noch in diesem Jahr in neuen Smartphones stecken soll.

          Betriebssystem

          Wenn es um das Betriebssystem geht, können die Nutzer eigentlich entspannt bleiben. Mit iOS, Android und Windows Phone haben sie drei sehr gute zur Auswahl. Bei Android muss man jedoch aufpassen. Samsung, LG und andere stülpen immer noch ihre eigene Oberfläche über das ursprüngliche Android. Das ist meist nicht so schön.

          FirefoxOS: Vier von Alcatel, LG, ZTE, Huawei

          Das neue Betriebssystem FirefoxOS konnte man gleich auf vier Einsteiger-Handys von Alcatel, LG, ZTE und Huawei sehen. Interessant war auch, dass die chinesische Marke Meizu von dem eigenen Betriebssystem Flyme (basierend auf Android) auf das freie Ubuntu (basierend auf Linux) wechseln wird.

          Sicherheit

          Wie sicher man gegen Malware auf seinem Smartphone geschützt ist, war ein wichtiger Punkt. Dementsprechend waren auch die Anti-Viren-Hersteller vertreten. Das Thema wurde auch in einer anderen Hinsicht behandelt: Wie sicher ist meine Privatsphäre, wenn ich telefoniere?

          Blackphone: Sichere Gespräche führen

          Hier hat Blackphone eine Lösung. Es ist ein Smartphone, mit dem man sichere, das heißt, verschlüsselte Gespräche führen kann. Das Unternehmen Blackphone ist ein Joint Venture zwischen dem Hardware-Hersteller Geeksphone und den Verschlüsselungsexperten von Silent Circle. Bei dem auf PGP (Pretty Good Privacy) basierenden Verfahren werden für jeden Gesprächsaufbau einmalige Schlüssel generiert, die auf keinen Servern liegen, sondern direkt zwischen den Geräten ausgetauscht werden. Es kann somit niemand einen Code knacken, weil er nirgends zugänglich ist.

          Preis

          Da gibt es gute Nachrichten: Mittlerweile ist wirklich für jeden etwas dabei. Angefangen mit einem Firefox-OS-Modell für 25 Euro und dem Nokia 220 für 29 Euro, über das Asus Zenfone 4 für 99 Euro und das Acer Liquid Z4 für 119 Euro, bis hin zu Oberklassen-Geräten wie das Samsung S5 oder Vibe Z von Lenovo jenseits der 500-Euro-Grenze.

          Lenovo Vibe Z: Oberklasse für China und Russland

          Das Vibe Z wird leider nur in China, Russland und wenigen anderen Ländern erhältlich sein wird.

          Eines muss man den Herstellern ankreiden. Sie schaffen es nicht, ein Smartphone zu bauen, das alle attraktiven Merkmale vereint. Aus dem Entweder-oder müsste ein Sowohl-als-auch werden. Natürlich gibt es auch Parameter, die von den Vorlieben der Nutzer abhängig sind. Nicht jeder will ein 6 Zoll großen Bildschirm.

          Was spricht eigentlich dagegen, ein Gerät zu bauen, dessen Akku auf jeden Fall einen Arbeitstag hält? Warum liefert nicht jedes Smartphone mehr als Schnappschüsse? Könnte nicht jedes Gerät so schnell sein, dass der Aufruf und Wechsel zwischen den Apps fließend ist?

          Vielleicht vereint das HTC mit dem Nachfolger des One ja die meisten positiven Eigenschaften. Es wird am 25. März vorgestellt.

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