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Mediennutzung : Mobiles Netz schlägt Fernsehen

  • -Aktualisiert am

Jeden Tag beschäftigen sich die Deutschen 107 Minuten mit ihren mobilen Internetgeräten Bild: Hoang Le, Kien

Laut einer Studie des unabhängigen Werbenetzwerks Inmobi haben mobile Internetgeräte dem Fernseher den Rang abgelaufen. Und auch mobile Werbung scheint effektiver zu sein, als bisher angenommen.

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          Internetfähige Mobiltelefone und Tabletcomputer entwickeln sich immer mehr zum zweiten Bildschirm. Nach einer Befragung des unabhängigen Werbenetzwerks Inmobi nutzen die Deutschen ihre mobilen Internetgeräte inzwischen täglich 107 Minuten. Das Fernsehen kommt dagegen nach der Erhebung auf eine Nutzungsdauer von 85 Minuten. „Diese Zahlen ergeben unserer Ansicht nach nur Sinn, wenn man die Parallelnutzung einbezieht“, sagte Inmobi-Deutschland-Chef Jens Oberbeck auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Insgesamt nutzten die Deutschen nach den Inmobi-Berechnungen rund 6,3 Stunden lang Medien.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei der mobilen Nutzung liegen sozialen Netzwerke mit 22 Prozent klar vor der E-Mail-Nutzung mit 12 Prozent. Mobile Nutzer verwendeten im Monat im Durchschnitt rund sieben Anwendungen auf ihren Geräten. Damit liegen die Deutschen leicht über dem Durchschnitt, der für 14 Länder erhobenen Studie. Rund um den Globus liegt die Zahl der innerhalb von 30 Tagen aktiv genutzten Smartphone- oder Tabletprogramme bei 6,5.

          Der Mythos vom Dicke-Finger-Problem

          „Mobile Endgeräte durchdringen heute jeden Aspekt des Lebens“, sagte Oberbeck. Die Studie zeige, dass die Menschen im Prinzip fast ständig online sind: 60 Prozent verwenden das mobile Internet auf dem Weg zur Arbeit, 45 Prozent wenn sie sich mit Freunden treffen oder auf einer Party sind und 43 Prozent während des Einkaufens. Sogar die Familie ist kein Grund, nicht online zu sein. Nach den Zahlen surft fast die Hälfte der Deutschen im Netz, wenn sie Zeit mit Partnern oder Kindern verbringt.

          Die Studie räumt auch mit einem Mythos auf: Wenn es um die Wirkung mobiler Werbung geht, war in der Vergangenheit immer wieder vom Dicke-Finger-Problem die Rede. Nutzer hätten auf den berührungsempfindlichen Bildschirmen nur versehentlich auf Anzeigen gedrückt, weil der Bildschirm zu klein und die Werbung zu groß war. Nun tritt zutage, dass Nutzer nur in 7 Prozent der Fälle aus Versehen auf eine Werbung gedrückt haben. Die Ergebnisse belegen nach Ansicht von Inmobi die Wirksamkeit von mobiler Online-Werbung.

          So geben 57 Prozent der Befragten an, dass ihnen mobile Werbung etwas Neues gezeigt hat. 23 Prozent sagen, dass mobile Werbung schon einmal ihr Kaufverhalten in einem Laden beeinflusst habe, sagt Oberbeck. Die Umfrage belege auch, dass der mobile Einkauf ebenso an Bedeutung gewinne: 34 Prozent der deutschen Nutzer verwenden ihr Gerät demnach schon heute, um damit einzukaufen. 50 Prozent haben schon einmal mit einem Mobilgerät aktiv Geld ausgegeben. In anderen Märkten lägen diese Zahlen höher. „Die Deutschen sind noch nicht so aktiv, weil sie deutlich vorsichtiger mit ihren Daten umgehen“, sagt Oberbeck.

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