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Trend auf dem Smartphone-Markt : Die neue Mittelklasse

  • -Aktualisiert am

Das Sony Xperia XA1 ist mit 279 Euro das teuerste Gerät in unserer Mittelklassen-Auswahl. Bild: Marco Dettweiler

Ein gutes Smartphone muss nicht teuer sein. Auf dem Mobile World Congress zeigen gleich drei Hersteller überzeugende Modelle zwischen 200 und 300 Euro.

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          Wenn man dazu verpflichtet wäre, einen Trend auf dem Mobile World Congress zu nennen, von denen es je nach Interesse vermutlich Dutzende gibt, liegt man mit der aufkommenden Mittelklasse sicherlich ganz gut. Nicht jeder Nutzer möchte anspruchsvolle Spiele nutzen, mit einer Dual-Kamera aufwendige Fotos schießen oder das Smartphone unter den Wasserhahn halten können. Das haben auch die Hersteller erkannt. Wer ein kompaktes Gerät ohne große Extras für den Alltag sucht, der wird in Barcelona fündig. FAZ.NET stellt drei Modelle vor, die zwischen 200 und 300 Euro kosten – weniger als die Hälfte der aktuellen Spitzengeräte:

          Nokia 5

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf der Pressekonferenz am vergangenen Sonntag, aber auch am Stand, griffen und greifen die Besucher erst einmal zum 3310, dem Nostalgie-Handy ohne Anwendungsszenario. Doch die eigentlichen Knaller von Nokia liegen daneben. Es sind die Geräte Nokia 6, 5 und 3. Wir haben uns das mittlere beispielhaft angeschaut. Die Verarbeitung ist top, das Gehäuse aus Metall wirkt keineswegs billig. Im Gegenteil: Wüsste man nicht, dass das Nokia 5 nur 189 Euro kosten soll, würde man auf einen Preis zwischen 400 und 500 Euro schätzen. Beim Ausprobieren gefiel sogar die mit 13 Megapixeln auflösende Kamera, obwohl gerade dies häufig die Schwäche von Mittelkasse-Geräten ist. Sie hat einen flotten Autofokus und löst schnell aus.

          Das Nokia 5 besticht durch sein edles Design – und den unschlagbaren Preis. Bilderstrecke
          Das Nokia 5 besticht durch sein edles Design – und den unschlagbaren Preis. :

          Das Nokia liegt angenehm in der Hand. Der Bildschirm 5,2 Zoll große Bildschirm löst mit 1280 x 720 Pixeln recht gering auf, für die meisten Anwendungen ist das aber ausreichend. Und: Eine niedrigere Auflösung spart Akku. Der ist mit 3000 Milliampèrestunden (mAh) großzügig dimensioniert und sollte das Smartphone einen ganzen Tag lang mit Strom versorgen können. Ein Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Display und der Snapdragon 430 verrichtet im Gerät solide Arbeit. HMD Global, das die Markenrechte an Nokia besitzt, rüstet das „5“ mit 2 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 16 GB internem Speicher aus. Letzterer ist per Micro-SD-Karte erweiterbar. Ein Verkaufsdatum steht für das finnische Telefon noch nicht fest, jedoch wird HMD Global sein Gerät mit der neuesten Android-Version 7.1.1 ausliefern. Das ist sehr löblich. Durch monatliche Sicherheitsupdates soll das Nokia 5 auch in Zukunft aktuell bleiben.

          Moto G5

          Mit der Veröffentlichung des ersten Moto G landete Motorola Ende 2013 einen großen Erfolg – und läutete in gewissem Maße die Ära Mittelklasse-Smartphones ein: solide Leistung zu einem Preis unter 200 Euro. Mittlerweile gehört die Marke nicht mehr dem amerikanischen Konzern Google, sondern dem chinesischen Unternehmen Lenovo. Eine fünfte Auflage des Klassikers gibt es trotzdem. Und mehr Konkurrenz.

          Das Moto G5 vermittelt einen ganz anderen Eindruck als das Nokia 5. Es wirkt längst nicht so elegant. So sieht der Rücken nach Kunststoff aus, obwohl er aus Alu ist. Die Form scheint etwas unausgegoren. Die Qualität des 199 Euro teuren Telefons erkennt man erst, wenn man sich die technischen Spezifikationen anschaut. Das 5 Zoll große Display löst mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) höher auf als die Mitbewerber. Sonst sind die Daten relativ ähnlich: 2 GB Arbeitsspeicher, 16 GB erweiterbarer Speicher und ein Snapdragon 430 stecken im Moto G5. Ein Fingerabdrucksensor ist auch mit an Bord. Eine spezielle Beschichtung sollen Lenovos Smartphone wasserabweisend machen – wasserdicht ist es allerdings nicht.

          Der G5 soll schon im März erscheinen, allerdings nur mit Android 7.0. Die neusten Updates hat Lenovo im Gegensatz zu Nokia noch nicht eingearbeitet. Der Akku ist mit 2800 mAh ausreichend groß, doch auch hier liegen die Finnen vorne.

          Sony Xperia XA1

          Das hübscheste Mittelklasse-Gerät auf dem MWC ist sicherlich das XA1 von Sony. Dafür ist es mit angepeilten 279 Euro aber auch am teuersten. Es ist die zweite Version dieses Modells. Den Vorgänger haben die Japaner im vergangenen Jahr in Barcelona vorgestellt. Besonders markant ist der 5 Zoll große Bildschirm, der bis zum Gehäuserand reicht. Durch diesen Trick beim Design hat das XA1 einen hohen Wiedererkennungswert. Die Auflösung ist wie beim Nokia 5 mit 1.280 x 720 Pixel ausreichend, aber nicht überragend.

          Ebenso wie das Flaggschiff XZ Premium sind die seitlichen Kanten rund, sodass das XA1 sehr gut in der Hand liegt. Das Gehäuse aus Kunststoff fasst sich angenehm an. Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen hier vorgestellten Smartphones könnte die Kamera sein. Sony verbaut hier einen eigenen Sensor mit 23 Megapixeln Auflösung und einem Weitwinkelobjektiv mit F/2.0 Blende. Die paar Probebilder mit der Kamera hinterließen beim Schnelltest einen guten Eindruck.

          Sony stattet das XA1 mit einem Mediatek Helio P20 als Prozessor aus. Der ist etwas stärker als der Snapdragon 430 der beiden Konkurrenten. Ob der Akku einen Tag mit viel Nutzung durchhalten wird, muss sich noch zeigen. Mit 2300 mAh ist die Kapazität etwas gering, jedoch können Hersteller mit Optimierungen der Software oft noch an der Ausdauer drehen. Einen Fingerabdrucksensor bringt das XA1 trotz des höchsten Kaufpreises als einziges unserer drei verglichenen Geräte nicht mit, eine unnötige Schwäche.

          Was gefällt, ist der Speicher: 32 GB sind integriert und wie bei der Konkurrenz noch mit einer Micro-SD-Karte erweiterbar. Der Arbeitsspeicher ist mit 3 GB auch ein Plus. Das XA1 soll im Mai in den Verkauf gehen. Leider wird es, wie das Moto G5 auch, nur mit Android 7.0 ausgeliefert werden.

          Fazit

          Der Überblick zeigt: Gute Qualität muss nicht teuer sein. Nokia punktet mit einem tollen Design und solider Leistung – der Preis ist unschlagbar. Das Moto G5 von Lenovo sticht vor allem durch sein Full-HD-Display hervor. Auch hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut. Sonys XA1 ist das teuerste Smartphone im Vergleich, bringt dafür aber auch einen stärkeren Prozessor und eine höher auflösende Kamera mit.

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