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Notebook von Porsche Design : Symmetrie hat ihren Preis

Der Bildschirm des Book One von Porsche Design kann bis zur Rückseite umgeklappt oder als abgetrenntes Tablet benutzt werden. Bild: Porsche Design, Kombo: F.A.Z.

Porsche Design hat zum MWC kein Handy, sondern einen Laptop mitgebracht. Der überzeugt mit toller Verarbeitung und viel Leistung. Doch auch der Preis bewegt sich in der Oberklasse.

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          Wenn man auf dem Mobile World Congress nach dem zehnten Smartphone mal ein anderes Produkt in die Hände bekommt, freut man sich natürlich. Deshalb war ein Treffen mit einem Porsche-Design-Team und einigen Mitarbeitern von Microsoft eine erfrischende Abwechslung. Dass es sich um ein besonderes Notebook handelt, war vor dem MWC schon bekannt gegeben worden – ebenso, dass es sich um ein Convertible handelt. Das sind jene Geräte, deren Bildschirm sich so weit zurückdrehen lässt, dass sie wie ein umgedrehtes V auf den Tisch gestellt werden können. Bei den meisten sogar so weit, dass der Bildschirm sich vollständig auf die andere Seite der Tastatur legt.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Von diesem Geräten gibt es schon einige, etwa das Yoga Book von Lenovo. Bei Porsche Design ist man allerdings der Meinung, dass die konvertierte Form genau so schön und perfekt aussehen sollte, wie die normale. In der Tat überzeugt das Design der meisten Convertibles nicht vollends. Also hat man bei Porsche Design versucht, zwei exakt gleich große Elemente, das Gehäuse mit der Tastatur und der Bildschirm mit Rahmen, so miteinander zu verbinden, dass bei einer 360-Grad-Drehung zu jedem Zeitpunkt die Symmetrie garantiert ist. Heraus kam das Book One. Das Umdrehen klappt, wie wir nach dem Ausprobieren bestätigen können. Die Lösung ist ein Drehgelenk, das aus zwei ineinander greifenden Edelstahlzahnrädern besteht. Porsche Design hat sich die Mechanik patentieren lassen.

          Das Book One hat einen leicht kantigen Charme, da es aus einem Alublock gefräst wurde. Bilderstrecke
          Das Book One hat einen leicht kantigen Charme, da es aus einem Alublock gefräst wurde. :

          Das entstandene Industriedesign haben die Entwickler konsequent durchgezogen. Damit der Trick mit dem Drehgelenk funktioniert und die beiden „Hälften“ press aufeinander liegen, müssen sie gerade sein. Sie sind also nicht zum Ende hin abgeflacht wie etwa bei den Modellen von Apple. Das verleiht dem Book One einen leicht kantigen Charme. Man kann sozusagen noch die Form des Alublocks, aus dem es gefräst wurde, vor sich sehen. Auch wenn die Designer das nicht gerne hören werden: Seine Form wirkt fast wie eine Hommage an das Powerbook G4 von Apple aus dem Jahr 2002 – dem viele Fans noch nachweinen.

          Keine Kompromisse bei der Hardware

          Doch das Book One ist auch ein Detachable. Der Bildschirm kann entriegelt und abgezogen werden, er wird zum Tablet. Hier war das Design-Team nicht ganz so erfinderisch. Diese Methode hat Microsoft schon beim Surface Book eingeführt. Was neu ist: Die Kombination von Convertible und Detachable. Als erstes Notebook auf der Welt kann das Book One komplett umgeklappt und der Bildschirm abgenommen werden. Das zum Tablet mutierte Display wird von einem zweiten Akku mit Strom versorgt, der zirka drei bis vier Stunden halten soll. Das Notebook selbst soll laut Hersteller bis zu 14 Stunden ohne Steckdose überdauern, was im Vergleich zu anderen Modellen recht üppig wäre.

          Überhaupt: Was die gesamte Hardware betrifft, hat man beim Book One keine Kompromisse gemacht. Der Prozessor ist ein Intel i7 U (das „U“ steht für die stromsparende Ultrabook-Linie) der siebten Generation mit einer Taktung bis zu 3,5 Gigahertz. Mit üppigen 16 Gigabyte Arbeitsspeicher dürfte ein geschmeidiger Workflow garantiert sein. Die 512 Gigabyte SSD-Festplatte bieten erst einmal viel Platz. Mit einer Auflösung von 3200 x 1800 Pixel (QHD+) liegt das IPS-Display beispielsweise deutlich über den Werten des neuen MacBook Pro von Apple. Und natürlich läuft das Book One mit der Pro-Version von Windows 10.

          Diese Ausstattung der Hardware ist aus zwei Gründen notwendig: Porsche Design hat mit dem Book One ein Gerät gebaut, das möglichst lange halten soll, weil es ein Designstück in geringer Auflage ist, das man nicht nach drei Jahren gegen ein neues Modell austauschen will. Also muss die Hardware möglichst lange den Anforderungen kommender Software standhalten. Zum zweiten muss Porsche Design den Preis rechtfertigen können. Und der dürfte erst einmal einige, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, abschrecken. Das Book One kostet 2795 Euro. Damit befindet sich das Produkt nicht im Abseitigen, aber doch in der absoluten Oberklasse. Konfiguriert man ein Macbook Pro von Apple mit dem entsprechenden Hardwareeigenschaften, kommt man da auch hin. Man muss aber nicht.

          Für den sehr mobilen Einsatz etwas zu schwer

          Es gibt übrigens noch ein kleines Schmankerl dazu, das bei anderen Notebooks nicht so häufig zu finden ist. Neben seinen Eigenschaften, Convertible und Detachable zu sein und einen berührungsempfindlichen Bildschirm zu haben, kann es auch per Stift bedient werden. Dieser kann magnetisch an den Gehäuserand gehängt werden – Konkurrent Microsoft hat es vorgemacht. Wie bei den Surface-Geräten handelt es sich um einen drucksensitiven Stift, sodass sich in entsprechenden Programmen detailliert zeichnen lässt.

          Als wir das Book One in Barcelona etwas ausprobieren durften, waren wir überzeugt, aber nicht für jeden Fall. Es ist eine Empfehlung für all jene, die zu Hause keinen Computer, sondern ein Notebook in edler Anmutung auf dem Schreibtisch stehen haben wollen. Das Design wirkt zeitlos, das Gehäuse sehr wertig. Die Kompromisslosigkeit bei der Ausstattung überzeugt. So hat man mit jeweils zwei klassischen USB-3.1-Buchsen und zwei „modernen“ USB-Type-C-Anschlüssen alle Möglichkeiten, Daten zu transferieren oder Peripheriegeräte anzuschließen. Als Hauptcomputer zu Hause macht das Book One sicherlich sehr viel Spaß. Auch die Funktionalität, den Bildschirm einfach abziehen zu können, um auf dem Sofa zu surfen, ist für diese Umgebung verlockend. Doch für den sehr mobilen Einsatz ist es mit seinen knapp 1,5 Kilogramm etwas zu schwer, obwohl es damit nicht viel mehr wiegt als etwa das neue MacBook Pro von Apple. Dafür wünscht man sich schmale, leichte, abgespeckte Notebooks unter einen Kilogramm.

          Dass man aus einem Tablet ein Notebook macht, ist allerdings auch keine überzeugende Lösung. Genau von dieser Seite kommen Hersteller wie jüngst Samsung, Apple oder Huawei. Sie bieten für ihre Geräte eine ansteckbare Tastatur an. Diese Varianten überzeugen nicht vollends.

          Wie man es dreht und wendet: Die Welt der Detachables, Convertibles, 2-in-1s und Hybriden bleibt eine komplizierte.

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