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Motorshow Bologna : Golf verleiht Autoschau das Plus

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Weltpremiere in Bologna: Golf Plus Bild: dpa/dpaweb

Die Motorshow in Bologna will den Sprung in die besseren Kreise der Automobilausstellungen schaffen. Immerhin ist es dem Veranstalter gelungen, nahezu alle bedeutenden Marken zu versammeln.

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          Die 29. Motorshow in Bologna (noch bis zum 12. Dezember) will den Sprung in die besseren Kreise der Automobilausstellungen schaffen. Immerhin ist es dem Veranstalter gelungen, nahezu alle bedeutenden Marken in den 14 Messehallen zu versammeln.

          Der prominenteste Abwesende ist italienischer Herkunft, für Lamborghini scheint sich selbst der kurze Weg aus der Nachbarschaft in die Kapitale des Nudelragouts kaum zu lohnen. Dafür zeigen sich die internationalen Marken selbstbewußt und stilvoll. Die Chance jedoch, die Nachfolge der vor drei Jahren zum bislang letzten Mal veranstalteten Autoschau in Turin anzutreten, wird in Bologna nicht genutzt. Die großen italienischen Designer spielen hier nur eine Nebenrolle. Pininfarina, Bertone oder Giugiaro sind nicht standesgemäß vertreten, die gezeigten Exponate wurden bereits in Genf, Paris oder auf anderen bedeutenden Messen präsentiert.

          Golf Plus mit deutlichem Raumgewinn

          Für Weltpremieren sorgen in Bologna Marken aus Deutschland. Volkswagen gelingt ein großer Auftritt mit einem neuen Mitglied der Golf-Familie. Der Golf Plus bietet bei einer Verkehrsfläche, die mit jener des bekannten Wagens identisch ist, einen deutlichen Raumgewinn aufgrund seiner größeren Höhe. Der Namenszusatz „Plus" bezieht sich auf jene 9,5 Zentimeter, die sich der größere Golf im Vergleich zum herkömmlichen Modell höher reckt. 1,58 Meter über der Straße gipfelt sein Dach, er paßt prächtig in die Lücke zwischen dem Golf der fünften Generation und den Minivan VW Touran.

          9,5 Zentimeter höher als der herkömmliche Golf

          Obwohl sich der Wagen 70 Prozent seiner Teile mit dem traditionellen Golf teilt, wirkt er äußerlich ganz anders. An der Karosserie sind nur die Außenspiegel, Türgriffe und Markenzeichen gleich. Im Innenraum sind die Sitzflächen höher (vorn um 7,5, hinten um 8,5 Zentimeter) als im Golf ohne Plus, das Armaturenbrett wurde geändert, und die Rückbankkonstruktion bietet zwei oder drei Mitfahrern Platz. Außerdem können die Rücksitze um 16 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden. In der für die Passagiere komfortabelsten Position bietet der Kofferraum dennoch 395 Liter Volumen, 50 Liter mehr als sonst.

          Topfebene Ladefläche

          Der Raum-Gewinn resultiert aus den höheren Sitzpositionen, der Fußraum und die Lehnenneigungen sind knapper bemessen, ohne daß es den Fahrgästen zu eng würde. Dank der Option des Umklappens läßt sich das Stauvolumen auf 1450 Liter steigern, der Mechanismus hebt dabei die Rückseiten der Sitze in eine völlig waagerechte Position, eine topfebene Ladefläche entsteht dadurch. Etwas mehr als einen Meter ist die Ladebreite an der Engstelle zwischen den Radhäusern, die Kofferraumklappe schwingt sich auf 2,08 Meter Höhe und so aus der Gefahrenzone für Köpfe, die Ladekante befindet sich 62 Zentimeter über dem Asphalt.

          Neben der Zusatzausstattung für Sicherheit (Seitenairbags hinten, Xenon-Kurvenlicht) oder Komfort (Klimaanlage, Audio- und Navigationssystem) bietet VW neue, interessante Extras. Ein 230-V-Anschluß im Fond, der das Laden von Computer- und Kamera-Akkus oder den Betrieb kleinerer Elektrogeräte wie Rasierapparate erlaubt, ist für 100 Euro Aufpreis zu haben.

          Manuelles Getriebe mit fünf oder sechs Gängen

          16 700 Euro kostet die Basisversion des Golf Plus. Dafür gibt es eine Motorisierung mit dem 55 kW (75 PS) starken 1,4-Liter-Vierzylinder. Der stärkere der Benziner hat 1,6 Liter Volumen, arbeitet mit direkter Kraftstoffeinspritzung und hat 85 kW (115 PS). Die beiden Diesel leisten 77 beziehungsweise 103 kW (105/140 PS). Nach dem Verkaufsstart im Februar nächsten Jahres sollen im Sommer zwei weitere Motorversionen das Golf-Plus-Programm vervollständigen: ein Diesel mit 66 kW (90 PS) und ein Zweiliter-Benziner mit 110 kW (150 PS). Alle Triebwerke genügen den Anforderungen der Schadstoffnorm Euro 4.

          Je nach Motorvariante gibt es ein manuelles Getriebe mit fünf oder sechs Gängen, für die Benziner steht als Option die Sechsgangautomatik Tiptronic bereit, die Diesel lassen sich mit dem Direktschaltgetriebe DSG kombinieren. 1293 bis 1426 Kilogramm wiegt der Golf Plus je nach Motorisierung, immer jedoch exakt 88 Kilogramm mehr als der vergleichbare Normal-Golf. Seine Zuladung beträgt gut 600 Kilogramm.

          Gesteigerte Agilität und leichteres Handling

          Die zweite Weltpremiere in Bologna rollt auf zwei Rädern. BMW präsentiert die zweite Version der neuen 1200er Boxer-Generation, die R 1200 RT. Wie bei ihrer Schwester im Endurokleid, der GS, leistet der Zweizylindermotor 81 kW (110 PS) und gibt ein maximales Drehmoment von 115 Newtonmeter bei 6000 Umdrehungen in der Minute ab. Das im Vergleich zum Vorgängermodell R 1150 RT um rund 20 Prozent auf 229 Kilogramm reduzierte Gewicht verspricht gesteigerte Agilität und leichteres Handling des Bayern-Bikes.

          Die RT ist fürs Reisen gedacht, die aerodynamisch überarbeitete Verkleidung soll den Fahrtwind geschickt um den Fahrer herumleiten, aber genug Zugluft für angemessene Kühlung bei sommerlichen Temperaturen zulassen. Elektrisch kann zudem die Höhe der Windschutzscheibe der Verkleidung um 14 Zentimeter verändert werden. Seiten- und Hauptständer sind mit von der Partie, wie es sich nicht nur für Tourenmotorräder gehört, ein neues Koffersystem mit insgesamt 64 Liter Stauvolumen, in Karosseriefarbe lackiert, gibt es als Option gegen Aufpreis. Der Treibstofftank aus Kunststoff hat ebenfalls Tourenformat, 27 Liter Inhalt erlauben bei einem zu erwartenden Durchschnittsverbrauch von 6 bis 7 Liter Superbenzin erhebliche Strecken zwischen den Tankstellen. Am 22. Januar kommenden Jahres wird die K 1200 RT für 15 100 Euro bei den Händlern stehen.

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