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Zweiradmesse Eicma : Sexy Kurbelwelle

Ewiger Frühling: Vespa Primavera, schöne Nachfolgerin des Erfolgsmodells LX mit schönem Namen in schöner Begleitung Bild: Walter Wille

Das Motorrad knackt die 200-PS-Marke, die elektronische Hochrüstung schreitet voran. Aber die Gegenbewegung wird stärker: Zurück zu den Wurzeln. Ein Bericht von der Messe Eicma.

          5 Min.

          Es ist eine turbulente Glitzerwelt, so eine Roller- und Motorradmesse im Land der Ducatisti, Vespisti, Guzzisti. Schon am Tag vor dem offiziellen Beginn, der eigentlich Presse und Fachbesuchern vorbehalten ist, tummeln sich Schaulustige in Scharen in den Mailänder Hallen. Weiß der Totti, wie die alle da reinkommen. Es wird geknipst wie der Teufel, die Kostümierung der Models, angenehme Begleiterscheinung aller neuen Modelle, ist von ausgesuchter Eleganz und Knappheit. Stil und Sexappeal haben auf der Eicma den gleichen Stellenwert wie Einspritzdüse und Auspuffklappe.

          Walter Wille
          (lle.), Technik & Motor, Wirtschaft

          Hier findet Gehör, wer mit der „most sexy“ Kurbelwelle prahlt. Ducati nimmt diesen wichtigen Superlativ für seine 1199 Superleggera in Anspruch. Das ist ein gut 200 PS starkes Leichtbau-Wunder mit den Eckdaten eines WM-Renners, limitiert auf 500 Stück, Kostenpunkt 65000 Euro. Verkauft sich so etwas? Durchaus. 90 Prozent seien schon weg, lässt Ducati wissen.

          Auch der Preis der neuen Monster 1200 ist stattlich, wenngleich volkstümlicher: 13795 Euro, S-Version gut 16000 Euro. Über dieses für Ducati so wichtige Modell haben wir schon in unserer Eicma-Vorschau vor einer Woche berichtet. Neuheiten von Honda, Triumph, KTM, Suzuki (erste Fahreindrücke der Reiseenduro V-Strom 1000 in Kürze), waren ebenfalls schon im Blatt, aus Platzgründen gehen wir nicht noch einmal darauf ein. Denn es wimmelte auf der Eicma von weiteren Neuvorstellungen.

          Invasion von der Wega

          Frische Ware – das ist das Mittel, um in schwierigen Zeiten zu bestehen. Die Märkte Südeuropas sind eingebrochen, die Branche steht unter Druck, aber sie macht Dampf. Man kann etwas bewegen, selbst als Zwerg unter Riesen, wie MV Agusta mit seiner erstaunlichen Modelloffensive beweist. Nun präsentiert das vom Racing geprägte Unternehmen Ungeheuerliches: eine MV mit Laderaum! Die Turismo Veloce 800, erster Sporttourer aus Varese, ist ein Kofferträger der dynamischen Sorte geworden, mit 125-PS-Dreizylinder sowie allen erdenklichen elektronischen Zutaten und Spielereien: ABS, Traktionskontrolle, diverse Fahrprogramme, LED-Beleuchtung, TFT-Farbdisplay im Cockpit. Ein Bluetooth-Modul macht das Motorrad zum „Router“ für Smartphone und funkenden Helm. Die Luxus-Version der Turismo Veloce wird ein adaptives Elektronik-Fahrwerk aufweisen. Der Bordcomputer speichert mit GPS-Unterstützung alle möglichen Motor- und Fahrdaten, die sich via Apps auf dem Tablet oder Smartphone anzeigen und im Internet austauschen lassen. Das Handy wiederum kann als Fernbedienung für Einstellungen am Fahrzeug genutzt werden.

          Novum: MV Agusta macht Koffern Beine Bilderstrecke
          Novum: MV Agusta macht Koffern Beine :

          Schöne neue Motorradwelt. Die elektronische Hochrüstung nimmt Ausmaße an. Nicht zuletzt ist sie ein Mittel, exorbitante Motorleistungen beherrschbar zu halten. Die KTM 1290 Super Duke R hat keinen Windschutz, wenig Gewicht, aber 180 PS und ein Arsenal von Regelsystemen, damit das Hinterrad nicht macht, was es will. Kawasaki treibt mit seiner Z 1000 der nächsten Generation (ab 12195 Euro), deren Reihenvierzylinder 142 PS (105 kW) anschaufelt, aggressives Design auf die Spitze: Kopf runter, Hintern hoch und ein Blick, der keinen Zweifel daran lässt, dass die Invasion von der Wega begonnen hat. Doch sie wird sich angenehm bewegen lassen, wie eine Sitzprobe vermuten lässt.

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