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Zweiradmesse Eicma : Köln oder Mailand - Hauptsache Motorrad

  • -Aktualisiert am

Ducati Diavel, tiefschwarze Seele, technisch hoher Anspruch Bild: Hersteller

Neuheiten-Parade, Teil zwei: Vor vier Wochen ging in Köln die Intermot zu Ende, nun hat die Zweiradmesse „Eicma“ im Mailand begonnen. Ducati gibt sich teuflisch, BMW bleibt klassisch und Triumph macht auf bayerisch.

          Vier Wochen nach Köln nun Mailand: Auf dem Zweiradsalon „Eicma“ in der Metropole der versierten Durchschlängler wird dem Publikum nachgereicht, was ihm am Rhein noch vorenthalten wurde. Auf der „Intermot“ in Köln (Kölner Motorradmesse „Intermot“: Lächeln hier und Schwächeln dort) hatte sich vor allem Honda mit Neuheiten für die Saison 2011 zurückgehalten, um nun in Mailand ein umso kräftigeres Zeichen zu setzen.

          Neun neue oder modifizierte Modelle verdeutlichen, dass Honda den Kampf um eine Spitzenposition auf dem europäischen Markt keineswegs aufgegeben hat, auch wenn die Rückgänge der vergangenen zwei Jahre besorgniserregend waren. Ebenfalls gut vertreten auf der Mailänder Skala der Neuheiten sind Aprilia, BMW, Ducati, Husqvarna, Moto Guzzi, Triumph. Die weiteren japanischen Hersteller üben sich in Zurückhaltung; Kawasaki hatte ja schon in Köln groß aufgefahren.

          Aprilia baut den für das Superbike RSV4 entwickelten V4-Motor nun auch in eine neu entwickelte Tuono ein. Die dürfte mit etwa 160 PS etwas weniger Spitzenleistung als die Rennmaschine bieten, wird aber wohl alle Technik-Schmankerl inklusive Traktionskontrolle aufweisen. Das Naked Bike konkurriert mit der neuesten Ducati-Kreation Diavel, die in Mailand ebenfalls Weltpremiere hat.

          BMW R 1200 R Classic

          In der Technik ein wenig überarbeitet

          BMW überrascht mit einer Neuauflage seiner jahrelang erfolgreichen kleinsten GS, der einzylindrigen 650er. Sie war zugunsten der F 650 GS mit Zweizylindermotor aus dem Programm genommen worden, feiert nun - im Design umfangreich, in der Technik ein wenig überarbeitet - als G 650 GS fröhliche Urständ. Die Nachfrage nach einer Einzylinder-GS war auf vielen Märkten offenbar so stark, dass sich BMW zur Reanimation entschloss. Das Triebwerk, jetzt in China gebaut, leistet 35 kW (48 PS) und ist damit schon auf die von 2013 an geltenden EU-Führerscheinregelungen abgestimmt; der Verbrauch liegt mit 3,2 Liter Benzin bei konstant 90 km/h auf sehr niedrigem Niveau.

          Die zweite Neuheit am BMW-Stand durfte dagegen erwartet werden: Als letztes Boxermodell trägt nun auch die R 1200 R den im Durchzug stärkeren (119 Nm höchstes Drehmoment) Doppelnockenwellen-Motor im Gitterrohrrahmen, dessen Maximalleistung 81 kW (110 PS) beträgt. Zusätzlich zum aufgehübschten Standard-Roadster hat BMW ein in edler „Classic“-Anmutung entwickeltes Schwestermodell geschaffen; technisch identisch, unterscheidet es sich beispielsweise durch Speichenräder, eine saphirschwarze Lackierung mit weißem Streifen über Frontkotflügel und Tank sowie eine optische Betonung von Längslenker, Antriebsstrang, Zylinderkopfhauben, Rahmen und Gabel. Die Auspuffanlage ist komplett verchromt, die Spiegel sind es ebenfalls.

          Bullig und muskulös ist das Motorrad gezeichnet

          Dass bei Ducati der Teufel los ist, liegt nicht nur daran, dass Valentino Rossi für die kommende Saison ins Team für die Motorrad-Weltmeisterschaft geholt werden konnte. Die lange erwartete unverkleidete Version des Supersportlers 1198 trägt den Namen Diavel, was im Bologneser Dialekt „Teufel“ bedeutet. Bullig und muskulös ist das Motorrad gezeichnet, breitschultrig dank seitlich unterhalb des Tanks angeordneter Kühler, viele originelle Design-Lösungen erinnern an einen phantasievollen Einzelbau vom Nobelbastler. Die Diavel zeichnet sich nicht nur durch einen 119 kW (162 PS) starken V2-Motor aus, sondern weist auch alle technischen Feinheiten wie Traktionskontrolle, verschiedene Motor-Mappings, ABS und als Neuheit ein TFT-Farbdisplay im Cockpit auf. Die Höchstleistung wird bei 9500 Umdrehungen erreicht, das Drehmomentmaximum von 128 Nm bei 8000/min. Trotz ihres enorm breiten 240er Spezial-Hinterreifens soll sich die Diavel noch recht agil verhalten, verspricht Ducati. Mit einem fahrfertigen Gewicht von voraussichtlich knapp unter 230 Kilogramm dürfte sie ein äußerst potenter Landstraßenfeger sein.

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