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Züge mit Strom aus Wasserstoff : Oben ohne

  • -Aktualisiert am

Die Brennstoffzelle ermöglicht eine leise Fahrt ohne Dieselgeräusche auch dort, wo keine Stromleitungen liegen. Bild: ZVB AG

Brennstoffzelle statt Oberleitung: Zwei regionale Bahngesellschaften in Niedersachsen und Tirol planen, alle Züge mit Strom aus Wasserstoff zu betreiben.

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          Der eine setzt auf Windenergie, der andere auf Wasserkraft. Am Unternehmensstandort in Bremervörde, im nordwestlichen Niedersachsen im Hinterland der Nordsee, will Marcel Frank, Geschäftsführer der Eisenbahn und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB), in absehbarer Zukunft ein Windrad errichten und eigenen Strom erzeugen, Ökostrom also. Helmut Schreiner, Technischer Vorstand der Zillertalbahn AG in Tirol, braucht für Ökostrom nur eine etwa einen Kilometer lange Leitung vom nächsten Wasserkraftwerk zum Bahnhof am Firmensitz in Mayrhofen, gut 30 Kilometer oberhalb des Inntals.

          Den Strom benötigen beide Bahnen, um die Antriebsenergie für ihre künftig grünen Züge zu produzieren. Das Prinzip: In Elektrolyseuren wird mit Hilfe des Ökostroms Wasserstoff gewonnen. Das Gas wird unter hohem Druck komprimiert und gespeichert. An der Wasserstoff-Tankstelle wird es dann – nicht viel anders als heute der Dieselkraftstoff – in Tanks auf den Wagendächern der Züge abgefüllt und der Brennstoffzelle zugeführt. Dort findet eine kontrollierte elektrochemische Reaktion statt: Der Wasserstoff verbindet sich mit Sauerstoff aus der Luft, und dabei wird elektrische Energie freigesetzt. Mehrere Zellen, zu sogenannten Brennstoffzellenstacks zusammengeschaltet, liefern Power für den elektrischen Antrieb in den Zügen.

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