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Zinoro 1E : Chinas erstes Elektro-SUV

Nicht zu kaufen: Zinoro 1E Bild: Zinoro

BMW hat auf einer Automesse seine eigens für China entwickelte Marke Zinoro vorgestellt. Der Zinoro 1E ist ein batteriebetriebenes Fahrzeug auf Basis des BMW X1.

          China zwingt immer mehr ausländische Autobauer dazu, Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Das Land kann aber bisher nicht die nötige Infrastruktur für ihren Betrieb zur Verfügung stellen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Das wurde am Mittwoch deutlich, als BMW auf der Automesse in Guangzhou (Kanton) seine eigens für die Volksrepublik entwickelte Marke Zinoro vorstellte. Dessen erstes Modell, der Zinoro 1E, ist ein batteriebetriebenes Fahrzeug auf Basis des BMW X1. Es soll 2014 auf den Markt kommen.

          Zum Preis und zur Stückzahl machen weder Denza noch Zinoro Angaben

          Zur Überraschung der Fachwelt können Interessenten das Fahrzeug nicht kaufen, sondern zunächst nur bei den Händlern mieten. Das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance, das den Zinoro herstellt, begründete diese Einschränkung damit, dass sich Kunden auf diese Weise mit der E-Mobilität vertraut machen könnten, ohne sich um Aufladung und Wartung kümmern zu müssen.

          „Das erste Nullemissions-Premium-Fahrzeug, das in China produziert wird“

          Hintergrund dafür ist, dass es in kaum einer chinesischen Stadt ein ausreichendes Netz an Ladestationen gibt, geschweige denn auf dem Land. Das Unternehmen bemühe sich daher, gemeinsam mit Behörden, Netzbetreibern und Liegenschaftsverwaltungen eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen, versicherte BMW Brilliance.

          In Peking gibt es ein gemeinsames Projekt der deutschen Automobilindustrie zum Aufbau von Ladestationen, weshalb der Zinoro dort und in Schanghai „früh im kommenden Jahr“ als erstes angeboten werden soll. Branchenkenner sehen die bisherige Lage skeptisch. „Die Zeit ist in China noch nicht reif für ein reines Elektroauto“, sagte Audi-Landeschef Dietmar Voggenreiter der Deutschen Presse Agentur.

          Leistung von 125 Kilowatt (170 PS)

          Doch auch der Audi-Mutterkonzern VW will 2014 mit seinen China-Marken Kaili und Tantus reine Elektroautos auf den Markt bringen – auf Druck der Regierung. Desgleichen Daimler, das mit seinem chinesischen Partner BYD die Elektro-Marke Denza gegründet hat. Die Schwaben teilten am Mittwoch mit, das Fahrzeug im April 2014 auf der Pekinger Automesse einzuführen; die Studie wurde bereits 2012 vorgestellt.

          Händlerbetriebe sollen in Peking, Schanghai und am BYD-Standort Shenzhen entstehen, wo der Denza gefertigt wird. Die Fahr- und Produktionstests verliefen erfolgreich, hieß es, der Denza werde das „sicherste und verlässlichste Elektroauto sein, das in China für China entwickelt und gebaut wird“.

          Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 Kilometer in der Stunde

          Ähnliches behauptet auch BMW Brilliance von sich. Der Zinoro sei „das erste Nullemissions-Premium-Fahrzeug, das in China produziert wird“, hieß es am Mittwoch in Kanton. Gebaut wird es in dem neuen Werk von BMW Brilliance im nordostchinesischen Shenyang-Tiexi. Das Auto, das als erstes Elektro-SUV in China angepriesen wird, wird von einem Elektromotor betrieben, der eine Leistung von 125 Kilowatt (170 PS) erbringt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 Kilometer in der Stunde. Als Reichweite der Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie, die sich in 7,5 Stunden aufladen lässt, wurden 150 Kilometer genannt.

          Die Batterie ist dreigeteilt und über Front, Mitte und Heck des Fahrzeugs verteilt. Dadurch verbleibt ein 306 Liter großer Kofferraum. Die Anordnung garantiere einen tiefen Schwerpunkt, eine ausgewogene Gewichtsverteilung und mehr Sicherheit bei Unfällen, hieß es. Der Elektromotor sitzt über dem Hinterradantrieb und wiegt den Angaben zufolge nur ein Drittel eines herkömmlichen Motors. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 250 Newtonmeter an.

          Die Batterie ist dreigeteilt und über Front, Mitte und Heck des Fahrzeugs verteilt.

          Zur Ausstattung gehören unter anderem Navigationssystem, Bluetooth, Klimaautomatik, Lederlenkrad, elektrische Sitzverstellung mit Memory-Funktion, Scheibenwischer mit Regensensoren, Sitzheizung und Reifendrucküberwachung.

          Zum Preis und zur Stückzahl machen weder Denza noch Zinoro Angaben. Doch scheint man sich wenig Hoffnung auf ein großes Kundeninteresse zu machen. BMW Brilliance teilt mit, der Zinoro ziele „heute noch nicht auf Volumen ab“. Stattdessen gehe es darum, „das Verständnis und die Akzeptanz der Kunden für Elektrofahrzeuge zu erhöhen und ihre Kommerzialisierung voranzutreiben“. Bisher lässt beides in China wie auch im Rest der Welt noch zu wünschen übrig.

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