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Yachten : Auf Bullaugenhöhe mit den Boliden

Überschäumendes Temperament: Itama Forty Bild: Hersteller

Es könnte sein, dass man morgens loszieht, einen Angelhaken zu besorgen, und dann abends zu Hause erklären muss, warum man eine 30-Meter-Yacht gekauft hat. Das ist unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich.

          4 Min.

          Die Düsseldorfer „Boot“ deckt ein so breites Spektrum ab wie keine andere Wassersportausstellung in Deutschland, es ist auch die größte, was zu einer ebenso einzigartigen wie anstrengenden Vielfalt führt. Rund 1650 Aussteller aus mehr als 50 Ländern werden sich vom nächsten Wochenende an in den weitläufigen Hallen am Rhein versammeln, ungefähr 2000 Boote von Falt über Schlauch und Segel bis Power werden zu sehen sein neben Ausrüstung, Bekleidung, Tauchzubehör und manchem mehr. Die Form der Präsentation deckt in Düsseldorf alle Facetten ab von bescheidenen Büdchen bis zu festungsartig ausgebauten Palästen des Prunks.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Früher oder später landet jeder in Halle 6, dem Epizentrum des Staunens. Yachten bis 30 Meter Länge werden dort gezeigt, die einmalige Architektur des Baus mit breiten Wandelgängen rundherum auf halber Höhe ermöglicht die Begutachtung millionenschwerer Lustschiffe auf Bullaugenhöhe. Läuft man unten herum, sieht man von den dicken Pötten und pfeilschnellen Boliden nämlich meistens nur Bäuche.

          Männerspielzeug vom Stiefel

          Unter den Besitzern großer Yachten grassiert die Abenteuerlust, die sie auf Langfahrt und in entlegene Weltmeere treibt. Mit „Explorern“ lassen sich solche Wünsche erfüllen, das sind besonders robuste, gleichwohl luxuriöse Fahrzeuge in einem Design, das an Berufs- und Expeditionsschiffe erinnert. Vielleicht spielt der Gedanke eine Rolle, polare Eisfelder zu besuchen, solange sie noch da sind. Drettmann aus Bremen erweitert sein Portfolio großer Motoryachten namens Elegance, die in Taiwan gebaut werden, um eine Explorer-Baureihe und fährt das erste Exemplar auf: die Bandido 90, einen voluminösen 27-Meter-Explorer mit Stahlrumpf, Aluminiumaufbauten, zwei jeweils 412 kW (560 PS) starken Caterpillar-Dieseln und gewaltigen Treibstoffbehältern, mit denen man Monaco und Antibes weit hinter sich lassen kann. Farmont und Nordhavn (neu hier eine 43er) zeigen Explorer im kleineren Format.

          Voluminöser Explorer: Drettmanns Explorer Bandido 90

          Der innovative IPS-Antrieb von Volvo Penta mit unter dem Rumpf drehbaren Antriebseinheiten (Sonntagszeitung vom 17. Dezember) findet zunehmend Verbreitung, nun will Cummins MerCruiser mit dem System „Zeus“ Ähnliches vorstellen. IPS wird üblicherweise im Doppelpack installiert, im Fall der 17 Meter langen italienischen Absolute 56 kommt sogar ein bis zu 960 kW (1305 PS) starkes Dreierpack zum Einsatz. 38,3 Knoten (71 km/h) soll das Männerspielzeug vom Stiefel damit erreichen.

          Fahrverbote für Spritvernichter

          Italien ist das Gelobte Land unter Liebhabern solcher Gerätschaften, die trotz immer modernerer Motorentechnik beim Spritverbrauch nicht zimperlich sind, mehrstöckig mit Flybridge oder flach als „Open“ in Coupéform. Itama hat in dieser Hinsicht einen Ruf zu verteidigen und zeigt die Forty (12 m) und die Fiftyfive (18 m). Offiziell 41,2 Knoten (man beachte auch hier die Stelle hinter dem Komma) auf dem Wasser - das ist wirklich viel, fühlt sich noch schneller an und macht auch noch Spaß, wenn man intakte Bandscheiben hat. Bei Pershing debütiert die 72 Open (22 m).

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