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Wohnmobile : Zweimal vier mal vier fürs Campen

  • -Aktualisiert am

Karmann Dexter: Lässt wenig Raum zum Dinieren. Bild: Kirchberger

Die Wohnmobile Karmann Dexter 4×4 und Tischer Trail basieren beide auf Technik von Ford. Sie bieten Allradantrieb und spannende Wohnraumlösungen.

          4 Min.

          Es muss nicht gleich Sahara oder Sibirien sein. Oft reicht eine sanfte Steigung auf der durchfeuchteten Stellplatzwiese, und ein Reisemobil steht plötzlich vor großen Traktionsproblemen. Immer mehr mobile Urlauber interessieren sich deshalb für Fahrzeuge mit Allradantrieb, wobei es hier nicht um die hochbeinigen Expeditionsvehikel gehen soll, mit denen sich Schlammpisten und Wüstenregionen meistern lassen. Eine gute Elle unter dem hohen Preisniveau dieser Exoten finden sich erstaunlich günstige Allradler. Mit zwei Spezialitäten dieser Gattung waren wir unterwegs, sie könnten unterschiedlicher nicht sein und haben doch eine wesentliche Gemeinsamkeit: Der Karmann Dexter 4×4 560 basiert auf dem Ford Transit, und die Wohnkabine Trail 260 von Tischer ist auf den Pick-up Ford Ranger gesetzt.

          Der ausgebaute Ford Transit von Karmann überrascht mit einer überaus ungewöhnlichen Innenarchitektur. Auf knapp sechs Meter Länge bietet er zwei Einzelbetten im Heck, beide 93 Zentimeter breit und 1,97 oder 1,85 Meter lang. Möglich wird das durch den Verzicht auf die in dieser Klasse üblichen Halbdinette. Der Waschraum rückt so samt Kleiderschrank nach vorne, direkt hinter den Fahrersitz, die Kombüse muss ohne einen im Hochschrank eingebauten Kühlschrank auskommen, das serienmäßige Kompressorgerät mit 90 Liter Volumen hockt unter dem zweiflammigen Gasherd und der Edelstahlspüle unten im Küchenblock.

          Auf den Liegen im Heck schläft es sich gut, auch wenn Karmann die höheren Kosten für bequeme Tellerfedern scheut und die Matratzen auf Lattenroste legt. Für dunklen Schlaf ist jedoch Aufpreis zu zahlen, die Blende für das Fahrerhaus muss mit 530 Euro extra bezahlt werden. Die großen Fenster der Flügeltüren im Heck gilt es mit einem simplen Vorhang vor Einblicken zu schützen, eine einfache, aber taugliche Lösung, Kassettenrollos mit Insektenschutzgittern gibt es nur an den Seitenwänden.

          Die Anrichtfläche der Kompaktküche ist begrenzt, immerhin schützen edle Plexiglas-Abtrennungen den angrenzenden Schlafplatz beim Kochen vor Fettspritzern. In Zeiten der Corona-Pandemie ein wohlbekannter Anblick. Eine aufwendige Mischarmatur über der Spüle dient nicht als Haltegriff beim Einsteigen in den Dexter, obwohl das angemessen wäre, um Höhe zu gewinnen. Nicht nur der ältere Camper würde sich über eine kleine Unterstützung freuen, leichter in den Wohnraum zu gelangen.

          Der Innenraum des Karmann Dexter. Bilderstrecke
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          Den großen Kompromiss muss der Einzelbett-Liebhaber beim Dinieren eingehen. Mangels Dinette heißt es, die Sitze für Fahrer und Beifahrer herumzudrehen und den während der Fahrt hinter dem Fahrersitz vertäuten Tisch an der Wandschräge des Waschraums einzuhängen. Über die knappen Maße der Tafel wollen wir uns nicht beklagen, wohl aber darüber, dass es einer gewissen Akrobatik bedarf, den fehlenden Salzstreuer aus den Küchenschubladen oder gar ein Kaltgetränk aus dem Kühlschrank herbeizuschaffen. Der Durchgang ist arg eng geschnitten und ohne ein ebenso schmales wie bewegliches Becken kaum möglich. Aber nur so lassen sich Längsbetten im Heck auf sechs Meter Länge realisieren.

          Der Transit taugt als Basis, die Federung ist komfortabel, und der Motor lärmt nur wenig. Empfehlenswert ist die leistungsstärkere Variante des Zweiliter-Turbodiesel mit 170 PS, sie kostet zwar rund 1500 Euro extra und treibt den Preis des Allrad-Dexter auf 54.080 Euro, was aber angemessen und vor allem für das gute Drehmoment (405 Newtonmeter maximal) hilfreich ist. Der Verbrauch liegt bei 10,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer, auch dieser Wert geht in Ordnung. Vorsicht ist jedoch beim Zuladen geboten. Bei einem Leergewicht von 3154 Kilogramm bleiben dafür nur rund sieben Zentner, bevor die Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen erreicht ist. Mit zwei Campern an Bord, Extras wie Fahrradträger oder Hängerkupplung sowie 80 Liter Frischwasservorrat bleibt nicht mehr viel Spielraum für Ausrüstung und Vorräte.

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