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Wohnmobil ML-I 580 von Hymer : Widersteht widrigen Winden

  • -Aktualisiert am

Das Siebenmeter-Wohnmobil von Hymer Bild: Schramm

Der Seitenwindassistent von Mercedes-Benz ist jetzt auch im Integrierten ML-I von Hymer serienmäßig. Mit dem Wohnmobil hat man nun einen besseren Fahrkomfort.

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          Man merkt es daran, dass man (fast) nichts merkt. So ruhig wie der integrierte ML-I 580 von Hymer läuft kaum ein Siebenmeter-Wohnmobil mit langem Überhang auf der Autobahn geradeaus. Vorbeizischende Schnelltransporter, Seitenwind auf Brücken oder nach Waldstücken, plötzliche Böen, Überholen von Lastwagen: kaum eine Reaktion auf den Geradeauslauf des Fahrzeugs. Nicht, dass man gar nichts merkt, aber es passiert nichts, was zu einer Lenkkorrektur Anlass gäbe. Das ist nicht selbstverständlich und jedem Caravaner wohlbekannt, denn schließlich hat so ein Mobil eine Breitseite von rund 20 Quadratmeter, und da kann der Wind kräftigen Druck ausüben. Das kann bis zum Versetzen um eine ganze Fahrspur gehen und im Extremfall feuchte Hände verursachen.

          Als wir vor knapp zwei Jahren die erste Variante der neuen Baureihe ML auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter fuhren, hatten wir tadelnd vermerkt, dass auf der Autobahn ständige Lenkkorrekturen nötig waren, um den teilintegrierten ML-T 580 in der Spur zu halten.

          Doch dann kam der Seitenwind-Assistent. In Zusammenarbeit von Mercedes (wo er schon serienmäßig im Sprinter arbeitet) und Hymer wurde er zuerst für den Teilintegrierten ML-T modifiziert und ist dort seit 2015 Standard. Seit Anfang des Jahres ist auch der Integrierte ML-I damit ausgestattet, dessen Aufbau einen höheren Aufwand für die Anpassung erforderte. Das System bedient sich der Sensoren des Elektronischen Stabilitätsprogramms ESP und erkennt die Kraft des Windes oder von Böen, die auf das Mobil treffen. Bei Bedarf bremst es gezielt einzelne Räder auf der Luv-Seite ab.

          Ein solches Bremsmoment wirkt der Störung durch den seitlich aufprallenden Wind entgegen, das Fahrzeug versetzt nicht. In die Berechnung der Bremskraft gehen außer dem Anströmwinkel des Windes noch das Tempo, der Beladungszustand sowie das Lenkverhalten des Fahrers ein. Der Assistent beginnt seine Tätigkeit jenseits von Tempo 80. Man sieht an einer Kontrollleuchte, dass er arbeitet, aber man merkt es kaum.

          Die Automatik in Verbindung mit dem 163-PS-Motor tut das Ihre zum ruhigen Cruisen. Bilderstrecke

          Das macht das Fahren in diesem Hymer so entspannend wie selten. Die Automatik in Verbindung mit dem 163-PS-Motor tut das Ihre zum ruhigen Cruisen. In unserem Fall konnte der Assistent seine Fähigkeiten nicht voll ausspielen, denn der ML-I 580 war auf 4,2 Tonnen aufgelastet, was seine erlaubte Höchstgeschwindigkeit drastisch reduzierte. Doch der Komfort ist in jedem Fall beachtlich, die Fahrsicherheit verbessert.

          Der ML-I 580 hat den gleichen Grundriss wie der Teilintegrierte, bietet aber mit seinem Hubbett über dem Fahrerhaus und den Einzelbetten im Heck, die man zu einem Dreierbett vergrößern kann, bis zu fünf Menschen Platz. Wer ein integriertes Mobil kauft, weiß, was er für den saftigen Aufpreis (um 15 000 Euro) bekommt: vor allem ein unglaubliches Raumgefühl im Bug wegen der weit vorn aufragenden Frontscheibe, vor der sich eine dunkle Kunststofflandschaft ausbreitet. Das hat schon was. Hier gibt es Ablagen in Hülle und Fülle, auch an der Stelle, wo normalerweise die Beifahrertür ist.

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