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Wohnbericht La Strada Regent S : Auf ein Date mit dem Daimler

  • -Aktualisiert am

Hat was auf dem Kasten: La Strada Regent S Bild: Kirchberger

Der La Strada Regent S auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter ist ein wendiges und langstreckentaugliches Reisemobil. Er spielt in der ersten Liga.

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          Der neue Sprinter von Mercedes-Benz, der seit gut einem Jahr auf dem Markt ist, hat sich aus dem Stand zu einem überaus beliebten Basisfahrzeug für Reisemobile gemausert. Es scheint, als haben viele Wohnmobilisten auf ihn gewartet, weil die Qualität des in Düsseldorf gefertigten Transporters höher eingeschätzt wird als die des Dauerbrenners Fiat Ducato. Bei La Strada, dem kleinen Hersteller aus Echzell in der Wetterau, wird der Sprinter unter dem ehrfurchtgebietenden Namen Regent S zum vielfältig nutzbaren Camping-Van. 68 375 Euro kostet das Basismodell, das aber so wohl niemand bestellt. Begehrlichkeiten weckt die umfangreiche Auflistung von Sonderausstattungen, die das Reisen und den Urlaub erst richtig genussvoll machen. Am Ende der Addition steht die Zahl 86 569 Euro an dem von uns gefahrenen Wagen, womit das Ende aller Möglichkeiten noch lange nicht erreicht war.

          Relativ knappe 5,93 Meter lang ist der Regent S. Das erlaubt die Fahrt in die Ortszentren der kleinen Flecken am Wegesrand, wo sich meist ein regulärer Parkplatz finden lässt. Allein auf die Höhe empfiehlt es sich zu achten, bei knapp mehr als 2,80 Meter sollten Erker, Balkone oder Äste nicht übersehen werden, wenn sie auf die Fahrbahn ragen. In der Breite muss La Strada im Standard-Grundriss nacharbeiten. Denn der Aufbau des Sprinters kommt nur knapp über die Zweimetermarke. Um ein Doppelbett im Heck quer mit akzeptablen Maßen einbauen zu können, helfen sich die Echzeller dort, wo sich sonst Blech oder Fenster finden, mit zwei kleinen Alkoven. Das bringt die entscheidenden Zentimeter, die das Bett mit 1,98 Meter Länge (bei einer Breite von 1,19 bis 1,44 Meter) auch für größere Schläfer bequem macht. Die Matratzen sind von hoher Qualität und liegen auf Tellerfedern, die für feine Schlafqualität sorgen.

          Clever ist der Unterbau der Liegefläche. Durch die Hecktüren lässt sich der große Stauraum unter ihr nutzen, außerdem haben hier der 100-Liter-Frischwassertank und der Kasten für zwei 11-Kilogramm-Gasflaschen ihren Platz. Der mittlere Rahmen des Doppelbetts kann nach oben geklappt werden, das Schubladenmodul, das vom Innenraum aus befüllt wird, lässt sich herausheben. Dann bietet der Regent S eine Durchladelänge, die selbst vor klassischen Surfboards nicht kapitulieren muss und auch für den Transport zweier Fahrräder taugt. Den Durchgang zwischen Bordküche auf der rechten und Waschraum auf der linken Seite verschließt auf Wunsch ein Vorhang, die Verdunklungen fürs Fahrerhaus müssen bei einem Zwischenstopp über Nacht nicht zwingend geschlossen werden. Alle Fenster im Wohnbereich lassen sich ausstellen und sind mit Kombi-Rollos zum Lichtschutz oder zur Fliegenabwehr ausgerüstet. Ein Insektengitter gibt es außerdem an der seitlichen Schiebetür über der 70 Zentimeter breiten, elektrisch ausfahrenden Einstiegsstufe.

          Noch mit drei Flammen Bilderstrecke

          Die Pantry glänzt mit einem 81 Liter fassenden Kompressorkühlschrank. Der Gaskocher wird im nächsten Modelljahr nur noch zwei statt drei Flammen haben, was den Platzverhältnissen gut tun soll. Die Spüle ist rechteckig statt rund, lässt sich daher schwieriger reinigen, schafft aber ebenfalls mehr Platz beim Spülen. Knapp ist der Raum im Hygieneabteil, vor allem die Ablagemöglichkeiten sind überschaubar. Duschen erfordert eine gewisse Gelenkigkeit. Kern des Wohnbereichs ist die Dinette, sie ist links vor dem Waschraum angeordnet. Der Tisch vor der Zweiersitzbank lässt sich allerdings nur im Stand, wenn die beiden Sitze im Fahrerhaus gedreht wurden, nutzen. Während der Fahrt fehlen dem Sprinter, verglichen mit dem Fiat Ducato, sechs Zentimeter Länge, daher muss die Tischplatte samt Säule abgenommen und verstaut werden. Nur so passt der Fahrer auf seinem zurückgeschobenen Sitz hinter das Lenkrad. Das ist keine kräftezehrende Aktion, die sich rasch erledigen lässt, aber den Stauraum in einem Klappfach über dem Fahrerhaus, in dem die Platte vorzugsweise untergebracht wird, würde man gern zum Transport anderer Ausrüstungsteile nutzen.

          Die Einrichtung und Installation des La Strada ist durchweg hochwertig. Nichts knarzt oder klappert während der Fahrt, die rollengelagerten Auszüge des Küchenblocks trotzen auch schlechten Wegstrecken und geraten nicht aus der Fassung. Lichtquellen und Steckdosen, einschließlich zweier USB-Buchsen, finden sich an den richtigen Stellen. Die Verarbeitung und Materialwahl gibt dem Hersteller ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche, nicht umsonst werden Gebrauchte aus Echzell teuer gehandelt.

          Das sollte auch für den Sprinter gelten. Und in der Tat beschränkt sich die Kritik auf den hohen Einstieg ins Fahrerhaus, der mehr als einen kleinen Schritt für einen Menschen bedeutet, und auf die weiche Vorderachsfederung. Die steigert zwar den Fahrkomfort, lässt die Karosserie jedoch auf Unebenheiten heftig ins Wanken kommen. Dabei ist die Massenverteilung in einem ausgebauten Kastenwagen noch weitaus vorteilhafter für das Fahrverhalten als in einem Mobil mit Aufbau.

          Der 2,2-Liter-Diesel erweist sich in der 163-PS-Version als idealer Partner, vor allem in der Verbindung mit dem neunstufigen Automatikgetriebe macht er Fahren im Regent erfreulich einfach. Die Automatik wechselt die Übersetzungen mit Sanftmut und rückt die 380 Newtonmeter Drehmoment des Vierzylinders stets ins rechte Licht. Der Verbrauch von 10,2 Liter Diesel auf einhundert Kilometer ist akzeptabel, der Aufpreis für den Automaten von fast 2600 Euro weniger.

          Der Sprinter spielt auch unter den Reisemobilen in der ersten Liga. In Verbindung mit dem funktionalen und soliden La-Strada-Ausbau entsteht eine überaus harmonische Kombination, die allerdings auch in einer eigenen Preisklasse unterwegs ist.

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