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Wohnbericht Karmann Davis 620 : Schöner wohnen mit Hindernissen

  • -Aktualisiert am

Karmann Davis 620 Bild: Schramm

Im Karmann Davis 620 geht die hohe Stauraumkapazität zulasten von Verkehrsfläche und Luftraum. Viele ärgerliche Details stören vor allem im Bad.

          Im Reich des französischen Konzerns Trigano ist die altbekannte deutsche Marke Karmann heute nur noch mit Kastenwagen vertreten. Aber sie konnte ihren Anspruch, sich im Design ein wenig von der Masse abzusetzen, in die neue Markenfamilie übertragen. Karmann setzt auf Fiat Ducato für die Baureihen Dexter und Davis und auf den kleinen Fiat Talento für die beiden Danny-Modelle mit Aufstelldach. Eine Besonderheit ist der Dexter auf Ford Transit, für den es auch eine Allradversion gibt.

          Wir waren mit dem Davis 620 unterwegs, der uns auf den ersten Blick mit seinen enormen Staukapazitäten aufgefallen ist. Dabei misst er wie alle langen Fiat Ducato 6,36 Meter, die Voraussetzung für auskömmliche Einzelbetten im Heck. Die restliche Einrichtung entspricht der von fast allen ausgebauten Kastenwagen: Vorn eine Dinette mit variablem, faltbarem Tisch, auf der Schiebetürseite der Küchenblock, daneben ein hochgesetzter Kühlschrank mit Kleiderschrank darunter und gegenüber das Bad.

          Das Innendesign wirkt modern durchgestylt und lebt vom Kontrast zwischen dunklem Holz und weißen Einbauten wie Tisch und Küchenblock sowie der Weißer- Klavierlack-Optik an den Dachkästen. Akzente setzen die chromfarbenen Bügelgriffe, Polster und Stoffe passen bestens in das schicke Ambiente, das im gesamten Fahrzeug von einer üppigen Beleuchtungsanlage in Szene gesetzt wird. Überall, wo man es braucht, hat man genug Licht, oft in mehreren Variationen, wir haben nur Leselampen über den gedrehten Fahrerhaussitzen vermisst.

          Man bewege sich im Innern vorsichtig. Bilderstrecke

          Öffnet man die Hecktüren, hat man links das Fach für zwei Fünf-Kilogramm-Gasflaschen vor sich, daneben ist der doppelte Boden zu sehen, unter dem etwa Campingmöbel unterkommen. Seine Besonderheit liegt darin, dass man ihn nebst zweier Staufächer vor dem rechten Bett ohne Werkzeug ausbauen kann. Das ergibt eine große, durchgehende Ladefläche, auf der sogar ein Motorroller oder auch mal Sperriges Platz haben. Dazu werden die Lattenroste der Betten hochgeklappt und mit Gurten unten an den Dachstaukästen befestigt. Die Zutaten dieser einfachen Konstruktion könnten Design-Freunden missfallen. Wir haben den linken Bettkasten, der zur Hälfte Stauraum ist, damit oft hochgehalten, um an die dort untergebrachten hohen Gegenstände heranzukommen.

          Dachkästen entlang der Seitenwände nehmen viel Urlaubsgepäck auf, auch quer über den Hecktüren ist (optional) ein Fach eingebaut. Man bewege sich in seiner Nähe etwas vorsichtig, denn wie über den Fahrerhaussitzen, wo ein noch tieferes Fach quer installiert ist, gibt es gute Gelegenheiten, sich eine Kopfnuss zu holen. Auf den beiden Betten mit bequemen Matratzen können sich Menschen bis 1,85 Meter Körpergröße ausstrecken, die Matratzen lassen sich mit Einlegebrettern zusammenfügen, aber die fummelige Lösung hat uns nicht überzeugt. Wegen des Doppelbodens führen innen zwei Stufen hoch ins Schlafzimmer.

          Wenn hier jemand steht, kommt keiner mehr vorbei

          An der Küche haben wir zuerst bemerkt, dass die Staukapazitäten zu Lasten von Verkehrsfläche und Luftraum gehen: An der Pantry mit ihrem Zweiflammenkocher und dem ausklappbaren Brett links davon nebst drei breiten Schubladen mit Selbsteinzug ist nichts auszusetzen. Aber der Abfluss des in Steinoptik gehaltenen eckigen Spülbeckens hat für unseren Geschmack zu große Löcher, da passt zu viel durch. Schlimmer ist, dass der voluminöse Dachkasten so weit vor ragt wie der Küchenblock, so dass man dort immer mit dem sprichwörtlichen Brett vor dem Kopf arbeitet, und dann steht auch noch der Griff vor.

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