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VW Grand California : Ganz in Weiß mit einem Doppelbett

  • -Aktualisiert am

Der Grand California von VW geht stark in die Höhe. Bild: Kirchberger

Der VW Grand California ist solide und stilsicher gestaltet. Es ist ein mutiger Versuch, die Möglichkeiten modernen Designs und neuester Technik im Camping-Van auszuloten. Er trifft aber nicht jeden Geschmack.

          4 Min.

          Die California-Familie von VW hat im vergangenen Jahr Zuwachs bekommen. Während die bisherigen Modelle auf dem T6.1 basieren, nutzt der größere Bruder den VW Crafter. Zwei Versionen des Grand California sind zu haben, der 680 hat in seinem Heck ein Schlafzimmer mit längs eingebauten Betten, im kürzeren 600 schlafen die Camper hinten quer. Einen Waschraum mit Toilette, eine Küche mit Essecke und üppige Stehhöhe bieten beide. Der Grundpreis von 57 775 Euro erscheint zunächst günstig. Schließlich gibt es dafür einen kräftigen Zweiliter-Diesel mit 177 PS samt einer achtstufigen Wandlerautomatik. Aber schon bei der Farbwahl wird klar, aus welcher Richtung der Wind weht. Einzig Candyweiß gibt es ohne Aufpreis, dann strahlt der große California innen und außen wie vom weißen Riesen in die Mangel genommen. Metallicfarben oder gar Zweiton-Lacke kosten dagegen mehr als 3000 Euro extra.

          Das Hochdach dominiert die Silhouette des VW-Campers. Fast drei Meter reckt er sich in den Himmel, damit scheitert er an der Höhenbegrenzung des einen oder anderen Supermarkt-Parkplatzes. 2,04 Meter Außenbreite reichen innen nicht ganz für die komfortable Länge der Querbetten, deshalb gibt es statt seitlicher Fenster hinten alkovenartige Verbreiterungen. Dennoch müssen sich auch große Camper mit 1,92-Meter-Betten begnügen.

          Die Schiebetür zum Wohnraum öffnet sich leise, mit noch weniger Lautstärke fährt dabei automatisch eine Trittstufe davor aus. Drinnen empfangen ein warm-wohnlicher Bodenbelag im Schiffsplankendesign und blendend weiße Möbelfronten. Das wirkt manchem zu klinisch und uncharmant, anderen gefällt die modern-sachliche Atmosphäre. Pflegeleicht sind die Möbelfronten aber nicht, wie beim Betreten einer Yacht sollten die Schuhe keine schwarzen Sohlen haben, sonst kommt es bei Möbelkontakt schnell zu hässlichen Abriebstreifen, die sich nur schwer wieder entfernen lassen. Das Design des Mobiliars ist überaus ansprechend, die Verarbeitung solide. Doch findet sich in den Einbauten nur wenig Stauraum. In der Küche mit einem ausreichenden Kochstellen-Duo und Edelstahlspüle kommen Töpfe und Teller nur knapp in drei kleinen Schubladen unter. Vorräte müssen anderswo verstaut werden. 70 Liter passen in die Kühlschublade des Kompressor-Kühlschranks, Weinflaschen jedoch zumindest stehend nicht. Angenehm ist die Nachtabsenkung des Geräts. Dann fährt die Elektronik die Kühlleistung herunter und verhindert so das häufige, brummende Anspringen des Verdichters.

          Der große Tisch der nach vorne anschließenden Halbdinette ist nicht klappbar.

          Mit zwei Klappbrettern lässt sich die Anrichtfläche der Pantry vergrößern, allerdings schwenkt die rechte Verlängerung genau über die Matratze des Heckbetts. Wer da zu sorglos schnippelt, muss den Kopfkissenbezug wechseln. Der Weg zur Liegefläche ist ein wenig beschwerlich. Immerhin einen Meter muss erklimmen, wer sich zur Ruhe begeben will. Zwar helfen die zwei Trittstufen, die in den beiden Brettern ausgeschnitten sind, die das Gepäckabteil unter dem Bett zum Innenraum hin absichern, doch ist das gerade barfuß nicht komfortabel. Dafür ist die Matratze sehr bequem, ihr Unterbau aus Tellerfedern passt sich der jeweiligen Schlafstellung perfekt an.

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