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Wasserflieger : Wo Flugzeuge baden gehen

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Die mächtige Dornier Do-24 war bis zu ihrem Landeunfall der Star des Treffens. Bild: Jürgen Schelling

Am Wolfgangsee in Österreich treffen sich im Sommer Wasserflieger aus ganz Europa. Zwei Piloten sorgten für einen gehörigen Schreckmoment bei den Zuschauern.

          Es ist nicht nur ein atemberaubender Anblick, der Luftfahrtfans die Herzen höher schlagen lässt, sondern sogar eine Weltpremiere, die sich da im Hochsommer über dem Wolfgangsee im österreichischen Salzkammergut abspielt. In geringer Höhe fliegen zwei klassische Propeller-Airliner aus den 1950er Jahren in einer spektakulären Formation über den See.

          Vornweg die 1958 gebaute Douglas DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg, das wohl am besten restaurierte viermotorige Propellerflugzeug der Welt. Ihr folgt die 1955 produzierte Lockheed Super Constellation aus Basel, eine von nur noch zwei weltweit fliegenden Exemplaren dieses Typs.

          Das Klanggewitter aus insgesamt acht Sternmotoren, vier mit je 3250 PS in der Constellation sowie vier mit je 2500 PS in der DC-6B, beschert manchem Zuschauer am Ufer eine Gänsehaut. So muss es einst in der Ära der Propeller-Airliner am Himmel ausgesehen haben - nur dass die Passagiermaschinen damals garantiert nicht derart tief und eskortiert von zwei Kunstflugzeugen über den Wolfgangsee flogen.

          Das wahre Spektakel findet aber nicht über dem See, sondern auf dem Wasser statt. Denn hier - unweit von Salzburg - treffen sich jedes Jahr im Sommer Piloten zur Scalaria Airchallenge, um ihre Wasserflug-Leidenschaft ausleben zu können. Fast alle teilnehmenden Flugzeuge sind Oldtimer, nur einige moderne Maschinen sind mit dabei. Es gibt sogar einen historischen Bezug für die Veranstaltung. So reisten schon in den Jahren nach 1920 reiche Sommerfrischler von Wien aus direkt mit einem Junkers-Wasserflugzeug an den malerischen Alpensee, der heute ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist.

          Treffpunkt für Wasserflugpiloten aus ganz Europa

          In diesem Jahr findet die vom Eventhotel „Scalaria“ organisierte Airchallenge bereits zum zehnten Mal statt. Sie hat sich in dieser Zeit zum beliebten Treffpunkt für Wasserflugpiloten aus ganz Europa gemausert. Zudem finden an jedem Tag auch noch spektakuläre Flugvorführungen von Kunstflugzeugen, Helikoptern und sogar einer Jet-Flugstaffel aus Lettland statt.

          Die Dichte seltener Flugzeugklassiker ist wieder erstaunlich hoch. Königin unter den sogenannten Seaplanes ist die gewaltige Dornier Do-24, mittlerweile schon fast Stammgast bei der Airchallenge. Die 1944 gebaute Maschine beeindruckt nicht nur mit 30 Metern Spannweite, auch ihre drei Propellerturbinen gehören mit jeweils 1125 PS zu den absoluten Kraftprotzen.

          Die Konstruktion der Do-24 entstand bereits in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgrund eines Auftrags der niederländischen Regierung. Diese wollte damals ein hochseetaugliches Amphibienflugzeug vor allem für den Einsatz in der damaligen Kolonie Indonesien vom deutschen Luftfahrtpionier Claude Dornier entwickelt bekommen. Fast 300 Exemplare wurden daraufhin produziert.

          Die Do-24 kollidiert vermutlich mit einem Hindernis im Wasser

          Die am Wolfgangsee gezeigte Sondervariante Do-24 ATT wurde 1982 von ihren einstigen Sternmotoren auf leistungsfähigere Propellerturbinen umgebaut. Gleichzeitig erhielt das Flugboot als sogenannter „Amphibischer Technologie Träger“ - daher der Zusatz ATT - eine neue und aerodynamisch leistungsfähigere Tragfläche, die fast drei Meter mehr Spannweite hat als das Original.

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