https://www.faz.net/-gy9-a6ydw
28929969

Vertrauen in Assistenten : Zu Hilfe

  • -Aktualisiert am

Wie soll das funktionieren, wenn Schilder und Fahrbahn obendrein von Schnee bedeckt sind? Bild: dpa

Im modernen Auto nehmen allerlei Helfer dem Fahrer das Denken ab. Verlassen kann man sich auf solche Freunde nicht, zuweilen stellen sie einfach die Arbeit ein. Wer dann döst, hat verloren.

          1 Min.

          Wer die falschen Freunde hat, braucht keine Feinde. Auf gute kann man sich unter allen Umständen verlassen, schlechte lassen uns im Notfall im Stich. Wir mögen moderne Autos und genießen es, wenn sie uns mit allerlei Helfern verwöhnen, seht her, was die Technik alles kann.

          An den Abstandsregler mit Spurverfolgungsassistenten hätten wir uns fast gewöhnt. Wer versuchsweise die Finger vom Lenkrad nimmt, weil das Auto von allein fährt, wird ermahnt – zu Recht, denn mitten in der Kurve stellt der Helfer die Arbeit ein, weil die Optik nichts mehr erkennt oder das künstliche Hirn die Bilder nicht verarbeiten kann.

          Der Müdigkeitswarner ist spitze, wenn man nach einem anstrengenden Tag rasch nach Hause will; gerade hatten wir einen, der von sich behauptet, den Zustand des Fahrers in Prozent zu kennen – nach der Pinkelpause sprang er von zehn auf hundert.

          Hilfreich ist der Notbremsassistent, aber nicht, wenn er an der scharfen Ecke in die schmale Gasse stets aufs Neue in Panik gerät.

          Weil man wegen der modernen Formen nicht mehr sieht, wo der Wagen endet, gibt es Einparkhilfen. Und dann das: Der Autor dieser Zeilen setzte im Vertrauen auf den Piepser schwungvoll das Auto der Gattin im Hof zurück – es hat keinen. Zwischen Heck und Mauer passte gerade noch die Samstagsausgabe.

          Ein besonderer Spaß ist die Verkehrszeichenerkennung. Kürzlich hatten wir ein Testobjekt, das uns von einem Kaff im Taunus mit 20 km/h über die Landstraße schicken wollte.

          Wie soll das funktionieren, wenn Schilder und Fahrbahn obendrein von Schnee bedeckt sind?

          Bei allem Respekt vor den Wunderwerken der Technik: Das Problem mit den Assistenten beginnt, wenn man ihnen blind vertraut. Denn der Mensch ist bisher nicht zu ersetzen. Und solange das so ist, wird es mit dem autonomen Fahren nichts.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Der Polestar 2 Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : Der Polestar 2

          Der Polestar 2 wird gern als Tesla- Jäger bezeichnet. Ob sich der Kauf aber wirklich lohnt erfahren Sie in unserem F.A.Z.-Fahrbericht.

          Camping Light

          Crosscamp von Hymer : Camping Light

          Nach jahrelanger Abstinenz vom Markt der Freizeitfahrzeuge kommt jetzt wieder ein Opel zum Einsatz. Das Camping-Mobil Crosscamp bleibt deutlich unter dem Preisniveau eines VW California.

          Topmeldungen

          Abgang aus der Politik : Merkels Plan für Merkel

          Die Kanzlerin nennt es faszinierend, Politik nicht planen zu können und morgens nicht zu wissen, wie der Abend aussieht. Nur für ihren eigenen Weg hat das nie gegolten. Warum ihr geplanter Abgang funktionieren könnte.
          Wieder keine Punkte: Matija Nastasic und Schalke 04 verlieren gegen den FC Bayern.

          Tiefer Absturz des Krisenklubs : Was macht Schalke 04 jetzt noch Mut?

          Die Situation wird immer schlimmer für den FC Schalke in der Bundesliga. Gegen München verlieren die Königsblauen immerhin „nur“ 0:4. Bayern-Torhüter Manuel Neuer spricht anschließend über seinen früheren Verein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.