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Fahrbericht VW Touareg : Gute Güte aus allen Poren

Pferd oder Pfad: Der mächtige Touareg ist was für die große Fahrt. Bild: Hersteller

VW richtet den Blick auf Elektroautos. Wir richten ihn auch auf das, was die Marke groß und stark gemacht hat. Auf Autos wie den Touareg. Er ist Volkswagen in Topform. Aber erschreckend teuer.

          2 Min.

          Das Unterfangen, von der Nummer eins des Automobilbaus zur Nummer eins des Elektroautomobilbaus zu werden, be­schert Volkswagen gewisse Dehnungsübungen, um nicht von einer Zerreißprobe zu sprechen. Die Reise zu einem bisweilen schwer verdaulichen Design und noch schwerer verdaulichen Materialien birgt Risiken, und sie führt jedenfalls bislang weg von jener aus allen Poren spürbar strömenden Kunst der Konstrukteure, wie sie im Volumenmarkt nur Volkswagen fertiggebracht hat. So dicht, so penibel, so nachgedacht fühlt sich keine der Konkurrenzmarken an, weshalb die Kundschaft gern auch ein paar Taler mehr aus dem Speicher geholt hat.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wer dieses Gefühl noch einmal einatmen, einsaugen, ertasten möchte, greift nicht zum ID 5, sondern zum Touareg 3,0 V6 TDI 4Motion, überhört den „Aus der Zeit gefallen“-Satz des Freundes und begibt sich auf große Fahrt. Das ist doppelsinnig zu nehmen, denn das stolze SUV ist schon von mächtigem Format, und es läuft Hunderte Kilometer am Stück, ohne seine Insassen auch nur im Geringsten aufzureiben.

          Wo das Auge hinfällt, laufen Fugen wie an der Schiebelehre gezogen. Wo die Hände hingreifen, erleben sie schmeichelnde Materialien, sogar die Ablagefächer in den Türen sind mit Teppich ausgelegt. Wo die Ohren hinhören, ertönt feine Musik aus wohldosierenden Lautsprechern, und im Untergrund spielt dezent ein Diesel seinen vielleicht letzten Bass.

          Das Triebwerk ist von besonderer Güte. Bilderstrecke
          Fahrbericht : VW Touareg

          Das Triebwerk ist von besonderer Güte, schon weil es ein Sechszylinder mit drei Litern Hubraum ist. Solch famosen Maschinenbau beherrschen wenige, auch BMW etwa, deren sechsy Antrieb der Volksmund zu Recht das Attribut Sahnestück verleiht. Im Touareg entwickelt die V-Anordnung 286 PS, die dieseltypisch mit aus der Tiefe des Hubraumes schöpfender Kraft für Vorwärtskommen sorgen. Es ergibt sich auf den nicht immer samtweich abrollenden, aber narrensicher in den Asphalt krallenden 285er-Maxipneus eine fahrerische Entspannung, die in einigem Gegensatz zu dem etwas dick auftragenden Chromgrill steht. Das Heck ist sanfter gezeichnet, wir präferierten dessen Eleganz.

          Am Steuer mit seiner exakten Befehlsgewalt, den gut ablesbaren Anzeigen und dem beeindruckend großen Bildschirm fühlt sich der Fahrer bequem und sicher aufgehoben. Wir ertappten uns allerdings dabei, wie uns die kräftige Mittelkonsole stets etwas nach links rückte und der Eindruck entstand, die Lenkradachse verlaufe nicht genau zentriert zum Sitz. Was sie aber tut, wie VW versichert. An Lockerungsübungen Interessierte reagieren mit einem Arbeitsauftrag an die Sitzmassage.

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          Autos wie den Touareg fahren Familien, Menschen mit Boot oder Pferd oder solche, die seine Statur einfach lieben. Ins Gelände biegen die wenigsten ab, obgleich es dort dank Allradantrieb und Kletterkompetenz dicke kommen dürfte. Was in das Gepäckabteil passt, vermögen wir nicht zu sagen. Nach drei Koffern, vier Taschen und fünf Paar Schuhen hat uns zum Erhalt des Familienfriedens die zählende Kraft verlassen. Alles, was die Sippschaft noch in den Flur gestellt hatte, hat der Touareg einfach geschluckt. Und sonst verschiebt man eben die Rückbank, Beinfreiheit gibt es ohnehin genug.

          8,8 Liter Verbrauch, 1100 Kilometer Reichweite und jede Menge Wohlgefühl sind im Logbuch notiert. Der Touareg ist VW in Topform, so wie wir die Marke all die Jahre geschätzt haben. Nur das mit dem Taler mehr, das stimmt hier irgendwie nicht. Auf 71.000 Euro stellt sich der Grundpreis der Version Atmosphere. Samt R-Design aufs Feinste ausstaffiert, werden daraus 114.800 Euro. Man reiche das Riechsalz.

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