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VW Tiguan : Spät kommen und gleich nach vorn wollen

Mit dem Tiguan will VW den SUV-Markt aufmischen Bild: ddp

Volkswagen hat mit seinem Tiguan große Erwartungen geweckt. Der „kleine Touareg“ wird den Markt vermutlich von hinten aufrollen. Der kleine SUV kommt zwar spät, aber die Verarbeitung und einige Extras machen ihn interessant.

          3 Min.

          Die Marktexperten sind sich einig: Das meistverkaufte SUV im Jahr 2008 wird der VW Tiguan sein. Wer sich beeilt, kann sogar noch in diesem Jahr mit dem neuen kleinen VW-Geländewagen auf die Pirsch gehen, Marktstart ist am zweiten November-Wochenende, die Preise für den 4,43 Meter langen SUV beginnen bei 26.700 Euro. Mehr als 7000 Bestellungen liegen bereits vor.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Alle Tiguan haben den 4-motion-Antrieb, das heißt, eine Haldex-Kupplung regelt den Kraftfluss zu den Achsen situationsbedingt, im Normalfall werden 90 Prozent an die Vorderachse geschickt, es können aber auch fast 100 Prozent nur an die Hinterachse gehen. Im Sommer nächsten Jahres wird es außerdem eine reine Frontantriebs-Version geben, zu diesem Zeitpunkt ist dann auch die Motorenpalette komplett, die zunächst nur aus zwei Aggregaten besteht: einem 1,4-Liter-Ottomotor mit 110 kW (150 PS) und einem Zweiliter-Diesel mit 103 kW (140 PS).

          Alle sind Direkteinspritzer und nutzen einen Turbo als zusätzliche Kraftquelle, die Diesel (jetzt erstmals Common-Rail-Einspritzung und nicht mehr Pumpe-Düse) haben einen Partikelfilter. Nachgeschoben werden zwei Ottos mit zwei Liter Hubraum und 125 und 147 kW (170/200 PS) und ein Diesel mit 125 kW. Alle Modelle kommen mit Sechsganggetriebe, die beiden stärkeren Benziner und der schwächere Diesel können mit einer Sechs-Stufen-Automatik bestellt werden (1.750 Euro Aufpreis).

          Weniger als 200 Gramm CO2 pro Kilometer

          Das Doppelschaltgetriebe (DSG) wird nicht angeboten, weil die Drehmomente der aufgeladenen Motoren zu hoch sind.m So hat schon der 1,4-Liter-TSI immerhin 240 Newtonmeter zu bieten, der 140-PS-Diesel gar 320. Beide gehören auf der Autobahn nicht zu den Langsamsten, 192 oder 186 km/h ist die jeweilige Spitzengeschwindigkeit. Der Normverbrauch des Benziners beträgt 8,4 Liter auf 100 Kilometer, der Diesel kommt mit 7,2 Litern aus. Daraus folgt ein CO2-Ausstoß von weniger als 200 g/km (199/189).

          Ausstattungsbasis für den Tiguan ist „Trend & Fun“, gefolgt von „Track & Field“ sowie „Sport & Style“. Beim Basismotor hat das Preissprünge von 1175 oder 1900 Euro zur Folge, Gleiches gilt für den Diesel, dessen Grundpreis bei 28.800 Euro liegt.

          Fahrprogramm fürs Gelände

          Alle Tiguan haben unter anderem ABS, ESP, sechs Airbags, ein CD-Radio, Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Die Parkbremse arbeitet elektrisch. Bei „Sport und Style“ gibt es zudem Leichtmetallräder, eine Dachreling, reichlich Chromschmuck, Sportsitze vorn samt Armlehne, der Beifahrersitz ist nach vorn klappbar, das Lenkrad mit Leder ummantelt, es gibt mehr Ablagen und einen Tempomaten sowie eine Reifendruckkontrollanzeige.

          Eine Besonderheit ist „Track & Field“. Diese Version unterscheidet sich äußerlich von den beiden anderen, die Front läuft spitzer zu, was den maximalen Böschungswinkel verbessert (28 statt 18 Grad). Damit und mit einem speziellen Fahrprogramm fürs Gelände (mit Bergabfahrbremse) sowie einem Unterfahrschutz kann man den Tiguan für schlechte Strecken wappnen, ein Untersetzungsgetriebe gibt es aber nicht. Sonst entspricht der Offroad-Tiguan der Basisversion, er hat aber eine Dachreling und die Mittelarmlehne.

          Den Markt von hinten aufrollen

          Technisch basiert das SUV sowohl auf dem Golf als auch auf dem größeren Passat. Die Modulbauweise macht das möglich, weite Teile des Fahrwerks entsprechen dem VW-Mittelklassewagen. Vom Golf Plus hat der Tiguan die Variabilität des Innenraums geerbt. Die Rückbank lässt sich asymmetrisch verschieben und umklappen, das maximale Ladevolumen beträgt ordentliche 1650 Liter, als Fünfsitzer sind es 505 Liter bis zur Sichtkante (ohne Reserverad).

          Ein Novum in einem Kompakt-SUV sind die Rückfahrkamera (735 Euro) sowie der Parklenkassistent (675 Euro, mit Kamera 1040). Ebenfalls ganz neu ist eine Anhängerkupplung, die sich kinderleicht aus- und einklappen lässt (750 Euro). Bis zu 2,5 Tonnen dürfen an den Haken.

          Bei ersten Probefahrten beeindruckte vor allem das kleine Ottotriebwerk mit seiner Leistungskraft und seinem leisen Lauf. Das Fahrwerk gab sich keine Blöße, der Federungskomfort ist offenbar auf hohem Niveau. Alles wirkt solide und gut verarbeitet. Man kann tatsächlich sicher sein, dass ähnlich wie beim Touran und beim VW Eos der Neuling den Markt von hinten aufrollen wird. Dafür sorgen die Qualität des Autos, ein moderates Preisniveau, der Name VW und die 3500 VW-Betriebe in Deutschland.

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