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VW Scirocco : Die Demokratisierung der Eleganz

  • -Aktualisiert am

Einsamkeit der Natur: Da kommt auch der neue VW Scirocco gut zur Geltung Bild: Hersteller

Früher Wind und frischer Sturm: Für die Renaissance des Sportwagens bei VW reanimiert die Marke den Scirocco. Es gibt schlechtere Idole. Wie schon vor 35 Jahren ist er eine Kombination aus Sport und Alltag.

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          Wie schon vor 35 Jahren geht es um die Kombination von Sport und Alltag: Kein VW darf so sportlich sein, dass er nicht für alle Tage taugte. Das war schon beim VW Scirocco I und beim Scirocco II und auch beim VW Corrado so. Dieser war der bisher letzte Sportwagen von VW.

          Ende August ist es mit der Abstinenz der größten Marke in Europa im Segment der sportlicheren Geräte auf vier Rädern wieder vorbei: Der neue VW Scirocco beendet mit seinem Verkaufsstart am 30. August knapp 13 Jahre nach dem Ende der Serienfertigung des VW Corrado bei Karmann in Osnabrück eine Politik der Enthaltsamkeit, die für die Freunde von VW eine Phase der Kasteiung war. Auf der Suche nach einem Zweisitzer aus Wolfsburg waren sie auf Dritt- und Viert-Hand-Vehikel angewiesen, die sich dennoch über die Jahre gehalten hatten.

          Wie schon bei den ersten Scirocco-Generationen gibt es auch für die Wiedergeburt technische Parallelen zum Übervater des VW-Erfolgs: Techniker und Konstrukteure durften sich überall dort, wo es den sportiv-eleganten Charakter nicht störte, in den Golf-Regalen bedienen. So entspricht zum Beispiel der Radstand des Scirocco III exakt jenem des aktuellen VW Golf. Auch bei Motoren und Getrieben gibt es Übernahme-Offerten, die aus Kostengründen nicht ausgeschlagen werden konnten. So ist es kein Wunder, dass der neue Scirocco mit einem guten Preis aufwartet: 21.750 Euro wird die Einstiegsversion kosten.

          VW Scirocco I: Puristisches Design und der gesellschaftliche Aufstieg ins Ferienheim

          Sportlichkeit und Agilität

          Das Design des Scirocco löst Begehrlichkeiten aus: Die 4,26 Meter lange und nur 1,40 Meter hohe Karosserie weckt jene (männlichen) Instinkte, die nur mit Körperkontakt zu befriedigen sind. Weil man ein Auto nicht umarmen und nicht herzen kann, lässt man fein die Fingerspitzen über Konturen und Schwünge gleiten, folgt den sehr feinen Spaltmaßen der Fugen und geht vor dem Scirocco in die Knie. Aus dieser Perspektive wirkt beinahe jedes Auto wie ein Kunstwerk, aber dieser VW tritt dann als Kunstwerk auf, das fast aus dem Rahmen springt. Das Styling-Team um Chefdesigner Klaus Bischoff und den Leiter Exterieur Entwurf, Marc Lichte, hat es verstanden, ungeachtet aller nötigen Alltagstauglichkeit für jene Mengen an Dynamik und Aggressivität zu sorgen, ohne die man einen Sportwagen (auch einen 2+2-Sitzer) einfach nicht auf die Räder stellen kann.

          Diese Aufgabe übernehmen der böse Blick der Scheinwerfer, die breiten Backen über den Hinterrädern und ein Heck, das gerade wegen seiner puristischen Ruhe eine aufreizende Dynamik präsentiert. Sportlichkeit und Agilität sieht man dem neuen Scirocco an, ohne ihn bewegt zu haben. Das war schon beim ersten Scirocco ganz ähnlich: Bereits im März 1974 fegte der nordafrikanische Wüstenwind erfrischend in das VW-Modellprogramm. Gezeichnet hatte für die Wolfsburger der damals 36 Jahre alte Giorgetto Giugiaro, und das war einer dieser elegant-einfachen Entwürfe, die über Jahre hinweg Bestand haben. Immerhin wurde die erste Scirocco-Generation bis ins Jahr 1981 hinein gebaut, über eine halbe Million Einheiten wurden verkauft.

          Die Wahl zwischen vier Triebwerken

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