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VW Passat : Freund von Familien und Vielfahrern

  • -Aktualisiert am

Abermals hat VW sein bei Familien wie bei Generationen von Handlungsreisenden beliebtes Mittelklasse-Auto aufgewertet Bild: Hersteller

Die siebte Generation des VW Passat kommt Mitte November zu den Händlern. Die Preisliste beginnt bei 24.425 Euro. Die Formen folgen jenen des erneuerten Phaeton. Vor allem leise soll die neue VW-Mittelklasse 2010 unterwegs sein.

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          Die siebte Generation des Passat schon nach nur vier Jahren Laufzeit der sechsten? VW sagt ja und verweist auf die neue Karosserie und viele Fahrerassistenz-Systeme, die bisher nur in der Oberklasse zu finden waren. Deshalb heiße der Passat intern B7, wenn sich die VW-Ingenieure über ihr neben dem Golf wichtigstes Fahrzeug unterhalten. Er kommt Mitte November zu den Händlern, die Preisliste beginnt bei 24 425 Euro.

          Die Formen folgen jenen des in diesem Frühjahr erneuerten Phaeton, der Kühlergrill wächst erhaben nach vorn unter der scharf gekanteten Haube hervor, der Abstand zwischen Vorderachse und Stoßfänger ist geringer geworden, der hintere Überhang hat dagegen zugelegt. Das gibt, zusammen mit den beiden Charakterlinien an den Seiten, mehr optischen Schwung. Der Passat ist formal jedoch nicht sportlicher, sondern eher eleganter geworden. Einige Bauteile hat er dabei vom Vorgänger übernommen. Die Türen etwa sind weitgehend mit denen des bisherigen Passat identisch. Das senkt Entwicklungskosten und trägt einen Teil zum günstigeren Preis des Neuen bei.

          Er ist 650 Euro billiger geworden, allerdings wird das frühere Einstiegsmodell mit 75 kW (102 PS) nicht mehr angeboten. Passat fahren beginnt nun mit 90 kW (122 PS) bei den Benzinern und 77 kW (105 PS) bei den Selbstzündern. Limousine und der Kombi Variant kommen gleichzeitig, der Variant ist 1000 Euro teurer als das Stufenheckmodell. Inzwischen sind neun von zehn verkauften Passat in Deutschland Kombis. Begonnen hatte die Karriere einst (1973) als 4,19 Meter langes Schrägheck-Auto.

          Zehn verschiedene Motoren stehen zur Wahl
          Zehn verschiedene Motoren stehen zur Wahl : Bild: Hersteller

          Man habe umfangreiche akustisch wirksame Maßnahmen getroffen

          Vor allem leise soll die neue VW-Mittelklasse 2010 unterwegs sein. Man habe umfangreiche akustisch wirksame Maßnahmen getroffen, sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Die neue thermisch und akustisch isolierende Frontscheibe ist nur ein Teil des umfassenden Dämm-Pakets. Das Gewicht ist trotzdem nicht gestiegen. Zwar setzt VW anders als die Schwestermarke Audi nicht auf Aluminium, aber die Verwendung hochfester Stähle und damit dünnerer Bleche hat je nach Modell beim Abspecken um bis zu 30 Kilogramm geholfen, so Hackenberg.

          Viel Feinabstimmung wurde dem Innenraum zuteil. Hochwertige Materialien, eine feinere Verkleidung der Armaturentafel und üppig verteilte Chromrahmen sollen den Passat zu einer Brücke in die Oberklasse machen. Holzvertäfelung gibt es in der Spitzenausstattung Highline, eine Analog-Uhr soll die Verwandtschaft zum Phaeton nachweisen. Im kommenden Jahr können Sitze mit Massage-Funktion bestellt werden, bis dahin müssen die Kunden mit den Serien- oder Sportsitzen vorliebnehmen, die sich auf Wunsch elektrisch einstellen lassen.

          Neue Helfer wie ein Müdigkeitswächter im Programm

          Neben den bisher angebotenen Assistenz-Systemen erweitern neue Helfer wie ein Müdigkeitswächter das Sicherheitsprogramm. Er kontrolliert das Lenkverhalten des Fahrers und schließt, wenn es zu plötzlichen Kurskorrekturen kommt, darauf, dass der Fahrer eine Pause benötigt, und empfiehlt sie über eine Anzeige im zentralen Display zwischen Drehzahlmesser und Tacho. Neu ist ebenfalls die Notbremsfunktion, die Kollisionen bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h verhindern soll, sowie die adaptive Geschwindigkeitsregelung, die auf Wunsch den Wagen im Stau nach dem Stillstand automatisch wieder anfahren lässt.

          Ungewöhnlich ist beim Passat die automatische Öffnung des Kofferraumdeckels: Wer etwa mit einem Wasserkasten beladen auf das Auto zusteuert, kann mit einem angedeuteten Fußtritt unter das Wagenheck den Deckel aufschwingen lassen. Fehlauslösungen durch Hunde oder Katzen seien ausgeschlossen, heißt es.

          Die Rücksitzlehnen lassen sich über Fernbedienungen vom Kofferraum (565 Liter) aus umklappen, beim Variant können zusätzlich die Sitzflächen in eine vertikale Position gestellt werden, sein Fassungsvermögen liegt bei 603 bis 1731 Liter. Hilfreich ist ein Ladeschlitten im Kombi, auf dem man schweres Gepäck direkt hinter der Ladekante abstellen und dann bis zur Rückbank schieben kann.

          Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung

          Das Motorenangebot basiert auf den bislang eingesetzten Maschinen. Die drei Vierzylinder-Benziner (alles Turbo-Direkteinspritzer) mit 1,4 sowie 1,8 und 2 Liter Hubraum bringen es auf 90 bis 155 kW (122 bis 211 PS), ein VR6-Triebwerk mit 220 kW (300 PS) folgt im nächsten Jahr. 200 bis 350 Newtonmeter Drehmoment werden geboten, die Verbrauchswerte liegen zwischen 5,9 und 9,3 Liter Benzin für 100 Kilometer. Die drei Selbstzünder mit 1,6 und 2 Liter Hubraum kommen auf 77 bis 125 kW (105 bis 170 PS), geben Drehmomentspitzen von 250 bis 350 Nm ab und verlangen 4,2 bis 5,6 Liter Diesel für 100 Kilometer.

          Aus der Spezialitäten-Abteilung kommt der Vierzylinder-Eco-Fuel-Motor, der auch Erdgas verarbeiten kann und 110 kW (150 PS) liefert. Der Blue-TDI-Diesel senkt seine Abgaswerte mit Hilfe von Harnstoff-Einspritzung im Katalysator, sein Verbrauch wird mit 4,7 Liter Diesel für 100 Kilometer angegeben.

          Die Kombination mit einer Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung ist obligatorisch, sie muss nur im Basismodell extra bezahlt werden. Die Kraftübertragung übernehmen manuelle Sechsganggetriebe, als Extra stehen außer für den kleinen Diesel Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl, im VR6 gehört der Automat ebenso wie der Allradantrieb 4-Motion zur Serienausstattung.

          Der neue Vokswagen Passat will zum reise- und alltagstauglichen Freund der Familie werden, aber auch dem Fuhrparkleiter gefallen. Die Preissenkung relativiert den Entfall der bisherigen Basismotorisierung und stärkt die hohe Akzeptanz, die das bislang rund 15 Millionen Mal verkaufte VW-Erfolgsmodell ohnehin hat – nicht nur bei Dienstwagenfahrern.

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