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VW Golf VIII : Die Acht der Gewohnheit

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Der neue Golf Bild: Hersteller

Mit der achten Version des Golf ruft VW die Digitalisierung aus. Aber das traditionelle Markendesign bleibt bei seinen Stärken.

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          Volkswagen fährt mit seinem neuen, stark überarbeiteten Kernmodell in die elektrische Zukunft: Die Generation Golf VIII setzt Maßstäbe in der Digitalisierung und der Verbindung zum Internet. Das ist ein Kraftakt für das noch immer mit dem Diesel-Desaster kämpfende Unternehmen. Denn gleichzeitig treibt VW mit der ID-Familie entschlossen die Elektrifizierung und Ablösung der konventionellen Motoren voran. Wobei der neue Golf dafür die Milliarden-Investitionen verdienen muss. Für den neuen, mit digitalem Innenleben vollgestopften Golf hat VW alle Muskeln und Denkfunktionen angespannt: Die erste offizielle Präsentation der achten Generation des Golf am Donnerstagabend in Wolfsburg war zu einer Leistungsschau aus der Zukunft des Autos geworden: Im Mittelpunkt der Neubelebung des Mythos vom klassenlosen, aber seiner Klasse durchaus bewussten Volkswagen steht die „digitale Revolution“.

          Dazu zählen neue Anzeigen und Bedienelemente, die auf digitalisierten Systemen basieren und den Golf VIII mit Internetverbindungen zur Kommunikation mit anderen Fahrzeugen (Car 2 X-Verbindungen) befähigen. Damit wird sich ein alter Traum der Konstrukteure erfüllen: Weil die Autos auf der Straße sich untereinander verständigen, könnte die Verkehrssicherheit mit Warnungen und Hinweisen spürbar erhöht werden.

          Zudem hat VW ein noch umfangreicheres Paket mit Assistenten und Hilfssystemen (IQ.Drive) sowie neuartiger Lichttechnik (IQ.Light) geschnürt. Der Mensch wird zwar noch als wichtiger Faktor an Bord des Golf geachtet, aber wenn alles passt auf der Straße, dann unterstützt der „Travel Assist“ den Fahrer aktiv beim Lenken, Gasgeben und Bremsen. Und zwar bis 210 km/h. Das bedeutet für die Golf-Klasse eine neue, höhere Positionierung in der künftigen Hightech-Gesellschaft. Neue Instrumente und Online-Infotainmentsysteme bilden das neue, digitale Cockpit. Laut VW ermöglichen Berührungsflächen und eine natürliche Sprachsteuerung eine intuitive Bedienung. Dafür ist alles mit allem vernetzt, der Fahrer mit seinem Golf und dieser mit der Welt und ihren Connect-Dienstleistungen und Funktionen. „Personalisierung“ ist das lockende Stichwort für das digitale Cockpit und die digitalisierte Display-Landschaft. Volkswagen ist sich mit einem sprachlichen Abenteuer sicher: „Der neue Golf wird hier zum Gamechanger.“

          Der achte Golf kommt generell als Viertürer. Die markante C-Säule bleibt sein Markenzeichen.  Bilderstrecke
          Volkswagen : Golf VIII

          Mit dieser Ansage eines revolutionären Innenlebens rollt der in den Außenabmessungen nahezu unveränderte VW Golf (Radstand wie bisher bei 2,63 Meter, Länge 4,28 Meter) Ende 2019 in den Markt. Dabei räumt VW entschlossen den Vorwurf beiseite, in Wolfsburg seien die neuen Antriebstechniken „verschlafen“ worden: In die Golf-Familie ziehen acht neue Antriebsversionen ein mit bis zu 17 Prozent weniger Verbrauch (VW-Angaben): Benziner und Diesel mit direkter Einspritzung, (Abgasturbolader,TSI und TDI) sowie Erdgas-, Mild-Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antriebe.

          Erstmals werden drei Benzinmotoren (110/130/150 PS) mit Mild-Hybrid-Technik (eTSI) eingesetzt, die laut VW den Benzinverbrauch „signifikant“ senken. Ein 48-Volt-Riemen-Starter-Generator ersetzt den bisherigen Anlasser, und die 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie sorgt für die Nutzung von Rekuperationsenergie. Zum kraftvollen Anfahren bringt der Startermotor elektrische Power ein, und in den lastfreien Phasen des sogenannten Segelns wird der Motor komplett abgeschaltet. Der Wiederstart des Motors auf Gaspedaldruck verläuft geschmeidig und etwa wie schon im neuen Audi A4 ohne Komfortverlust. Allerdings bieten die immer mit dem 7-Gang-DSG arbeitenden Mild-Hybrid-eTSI-Versionen keine Fahrtstrecken mit ausschließlichem Elektro-Antrieb.

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