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Volvo XC 90 Recharge geprüft : Ein Herz fürs Doppelherz

Zwitter für Zweifler: Volvos XC 90 Recharge als Plug-in-Hybrid Bild: Hersteller

Autos wie der schicke Volvo XC 90 Recharge sind geeignet, unsere Skepsis gegenüber Plug-in-Hybriden zu zerstreuen. Allerdings gibt es ein paar unangenehme Wahrheiten.

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          Autos wie der Volvo XC 90 Recharge sind geeignet, unsere Skepsis gegenüber Plug-in-Hybriden zu zerstreuen. Einen Verbrennungsmotor für die Reise und zusätzlich einen Akku zur elektrischen Kurzstrecke mitzuschleppen wirkt widersinnig. Das ist es auch. Allein, wer in der Stadt lokal emissionsfrei vorankommen will, kann nur das Fahrrad nehmen. Oder solch einen Zwitter. Als gut passend mit seinem bulligen Drehmoment empfiehlt sich in Autos dieses Kalibers natürlich der Diesel, doch der steht auf einer Liste unerwünschter Verkehrsteilnehmer.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          So verbünden sich ein 2,0 Liter großer Vierzylinder mit Kompressor und 310 PS mit einer Elektroeinheit an der Hinterachse, die 145 PS beisteuert. Mit der Kraft der zwei Herzen lässt sich recht schwungvoll leben, auch dank 700 Nm Drehmoment ist Umsicht am Gas gefragt, soll der Asphalt keine Wellen schlagen. Der schwere Volvo ist eine Burg, eine höchst attraktiv aussehende, wie wir finden, ihn bringt wenig aus der Ruhe. Außer Seitenwind. Der zerrt gewaltig an der Karosserie und fordert Konzentration am Steuer.

          Die beiden Maschinen und die Achtgangautomatik gehen harmonisch miteinander um, die Fusion läuft deutlich sanfter als in Versionen mit Mildhybrid. Der Sitzkomfort und das Ambiente sind vorzüglich, das Fahrwerk wirkt aber auf sensible Naturen etwas straff. Wer möchte, kann sieben Personen befördern.

          Der schwere Volvo ist eine Burg. Bilderstrecke
          Geprüft : Volvo XC 90 Recharge

          Volvo setzt die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h, wir mögen Bevormundung noch immer nicht. Versprochen werden in der neuesten Ausbaustufe 93 Kilometer elektrische Fahrt, unser Testwagen war noch einer mit 88 Kilometern. Geschafft haben wir bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 45 Kilometer. Das führt zu unangenehmen Realitäten. 17,4 gelieferte kWh weist der Stromzähler von leer zu voll aus. Das ergibt horrende 38 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer. Der Benziner als Solist nimmt 10,3 Liter. Welcher Durchschnitt herauskommt, hängt vom Fahrprofil und der Ladehäufigkeit ab. Im Testprotokoll stehen 6,2 Liter plus 7,3 kWh.

          Billig ist das nicht, aber erträglich. Allerdings kostet das gute Stück mit Extras 93.800 Euro. Alter Schwede. Wir mögen ihn trotzdem. Sehr sogar.

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