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Volkswagen : Der Golf VIII ist da

Auch der achte Golf bleibt seiner Linie treu. Er ist unverkennbar ein Golf. Bild: Hersteller

Sieben Jahre hat es gedauert. Jetzt wird der Golf VIII das noch aktuelle Modell ablösen. Alles wird digital, und er fährt fast von allein.

          6 Min.

          Für Ralf Brandstätter, den Manager für das operative Geschäft der Marke VW, ist der neue Golf „der progressivste aller Zeiten“. Er wird vernetzt sein, wie keiner seiner Vorgänger – sogar die heimische Alexa kann integriert werden. Vor allem aber ist der Golf VIII umweltfreundlicher als seine Vorgänger. „Der neue Golf ermöglicht den Einstieg in eine breite Auswahl klimaschonender Antriebstechnologien“, sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess am Donnerstagabend bei der Weltpremiere des Golf VIII in der Autostadt in Wolfsburg. Bis zu 20 Prozent weniger CO2 stößt der neue Golf  im Vergleich zu seinem Vorgänger aus.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          „Ein wichtiger Zwischenschritt, um unseren Anteil von einem Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß bis 2050 auf null zu senken“, sagte Diess. Nach dem legendären Käfer ist der VW Golf seit 1974 die Ikone des Unternehmens, das für den Volumenmarkt unverzichtbare „Brot-und-Butter-Modell“. Mehr als 35 Millionen Golf hat VW seit der ersten Generation produziert, davon 26 Millionen im Stammwerk in Wolfsburg.

          Mit dem neuen Golf VIII bündelt Volkswagen die gesamte Golf-Produktion wieder im Hauptwerk in Wolfsburg. Nur in China wird das Erfolgsmodell des Konzerns zusätzlich weiter gebaut. „Allein in Wolfsburg arbeiten 8400 Mitarbeiter ausschließlich am Golf“, sagte der Produktionsvorstand der Marke VW, Andreas Tostmann,  kürzlich. Die Produktion des neuen Golf begann im Sommer, sie wird derzeit langsam hochgefahren. 450.000 Autos können im Jahr in Wolfsburg produziert werden.

          Der neue Golf VIII bei der Präsentation in Wolfsburg Bilderstrecke

          Insgesamt 1,8 Milliarden Euro hat VW in die Entwicklung des neuen Modells investiert. Die Investitionen der Produktion für den neuen Golf belaufen sich nach Angaben Tostmanns „auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag“. Mit der achten Generation will VW nicht nur Maßstäbe beim vernetzten Auto, sondern auch bei der Produktion setzen. Der Golf hat dabei eine zentrale Funktion in der Effizienzstrategie von VW-Chef Herbert Diess. Das Vorgängermodell, der Golf VII, der im September 2012 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin Weltpremiere feierte, führte im Konzern den sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB) als Plattform auch für andere Volumenmodelle des Konzerns ein.

          Mit dem Baukastensystem schafft es Volkswagen, die Kosten zu senken und baut gleichzeitig einheitliche technische Standards auf. Der Golf VIII knüpft daran an. VW hatte einen deutlich niedrigeren Investitionsbedarf für den Golf VIII, weil er zur zweiten Generation von MQB-Produkten zählt. „Im Karosseriebau konnten wir 80 Prozent unserer bestehenden Anlagen aufgrund unserer MQB-Strategie für den Golf VIII nutzen“, sagte Tostmann.

          Aber eine schlanke Produktion ist nur die eine Seite der Medaille. Der Golf VIII ist für VW auch deswegen so wichtig, weil er als Cash-Cow der zu Ende gehenden Verbrennerwelt die Risiken der Wende zur Elektromobilität abfangen soll. Beim 8er Golf soll es neben Benziner-, Diesel-, und Erdgasmotoren keinen reinen Elektroantrieb mehr geben, sondern nur Hybridantriebe. Diese sollen rund zehn Prozent Ersparnis beim Verbrauch und niedrigere CO2-Werte bringen. Der Golf VIII soll so den Start des ID.3, des ersten reinen Elektroautos von VW flankieren.

          Der ID.3 soll die neue Elektro-Ikone werden

          Den ID.3 wollen Diess und der Operative Vorstand der Marke, Ralf Brandstätter, nach dem Käfer und dem Golf zur neuen Ikone von VW für das Elektrozeitalter machen. Produktionsstart für den I.D. soll in zwei Wochen im sächsischen Zwickau sein. „Die Produkteinführung der kommenden Golf-Generation ist neben der ID.-Familie die strategisch bedeutsamste“, hatte Brandstätter kürzlich gesagt. Wenn die ID-Serie im November im umgebauten Werk Zwickau in die Produktion geht, steht für VW viel auf dem Spiel. Das Unternehmen investiert Milliarden in die Elektromobilität. Es ist eine Wette auf die Zukunft, denn eine hinreichend hohe Nachfrage ist dabei noch nicht ausgemacht, auch wenn VW angesichts erster Vorbestellungen und der Reaktionen der Händler seine Produktionsplanungen bereits erhöht hat.

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